Sport : 1. FC Union: Neues Licht, alte Fehler

Wolfram Göschel

Der Rahmen stimmte: Mit einer neuen Flutlichtanlage an der Alten Försterei startete der 1. FC Union Berlin in die Rückrunde der Regionalliga Nord. Die Lichtmasten symbolisieren das Ziel der Köpenicker Kicker: den Aufstieg in den Profifußball. Doch der DFB-Pokal-Viertelfinalist wurde diesen Ansprüchen am Dienstag nicht gerecht. Gegen den bislang auswärtsschwachen Lüneburger FK mussten sie eine enttäuschende 1:2-Niederlage einstecken.

Die Wuhlheider wirkten zwei Wochen vor dem Pokalduell gegen den VfL Bochum von Beginn an überraschend pomadig und arrogant. "Wenn wir Sonnabend so gegen Lübeck spielen, kriegen wir vier oder fünf Tore", kommentierte Stürmer Harun Isa mit Blick auf das Auswärtsspiel gegen den Mitkonkurrenten um den Aufstieg. Auch Trainer Georgie Wassilev war ratlos: "Wir haben gute Spieler, die den Weg zum Tor finden sollten." Als einziger traf Kapitän Tom Persich, als er in der 45. Minute per Kopfball den zwischenzeitlichen Ausgleich markierte. Lüneburg erzielte mit drei Angriffen mehr Ausbeute: in der 12. Minute traf Torben Tutas, in der 75. Minute machte Paul Berta per Konter den Sieg perfekt.

Doch der falsche Weg zum Tor ist nicht Unions einziges Problem. "Das wir nach einem Angriff von uns bei einem Konter hinten Zwei gegen Vier stehen, ist nicht das erste Mal. Da stimmt die Zuordnung nicht. Das muss sich ändern", sagte Daniel Ernemann. Die Unioner hatten die Begegnung einfallslos begonnen, worauf Wassilev nach 34 Minuten mit der Auswechslung Christian Fährmann und Aidas Preiksaitis reagierte. Beide hatten seit Wochen fehlende Einsätze beklagt, konnten ihre Chance aber in keiner Weise nutzen. In der zweiten Halbzeit griff Union an, scheiterte jedoch stets an der soliden Abwehr der ersatzgeschwächten Gäste.

Nach den Pokalerfolgen gegen Zweitligateams gehöre Union in die Zweite Liga, ließ Vereinspräsident Heiner Bertram kürzlich verlauten. Nun meinte er: "Union ist eben keine Spitzen-Mannschaft." So schnell geht das. Eine Flutlichtanlage macht eben noch keinen Aufsteiger.

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