Sport : 1. FC Union: Nie mehr dritte Liga

Claus Vetter

Das Thema Leichtathletik Rasensport Ahlen ist für Ronny Nikol erledigt, in zweifacher Hinsicht: Bei dem westfälischen Klub erlebte Nikol mit dem 1. FC Union eines der schwärzesten Kapitel seiner Fußballkarriere. Im Frühjahr vorigen Jahres scheiterten die Berliner bei LR Ahlen im Aufstiegsspiel zur Zweiten Bundesliga. Dort wollte Union unbedingt hin, wollte auch Nikol unbedingt hin - notfalls als Mittelfeldspieler der LR Ahlen. Aber daraus wurde nichts.

Wenige Stunden nach der Partie klingelte das Mobiltelefon bei Unions damaligem Kapitän Jörg Schwanke, am anderen Ende war Ahlens Präsident. Beide wurden sich schnell einig. Schwanke ging nach Ahlen, Nikol sollte folgen, doch der Transfer scheiterte an leeren Ahlener Kassen. "Das ist unglücklich gelaufen", sagt Nikol, "aber inzwischen bin ich froh, dass ich nicht nach Ahlen gegangen bin. Ich habe mit dem Jörg telefoniert, und der hat mir gesagt, dass er sich dort nicht wohl fühlt."

Bei Union ist die Stimmung besser, und trotzdem ist im Falle Nikol nur klar, dass gar nichts klar ist. Eigentlich will der Mittelfeldspieler nicht weg, und der 1. FC Union möchte auch nicht, dass der gebürtige Berliner geht. Aber Nikol möchte unbedingt in der Zweiten Liga spielen. Das geht kommende Saison vielleicht auch in Berlin. Momentan sieht es für Union in der Regionalliga Nord bei fünf Punkten Rückstand auf Tabellenführer Fortuna Köln und noch einem ausstehenden Nachholspiel gegen Schlusslicht Tennis Borussia wieder recht gut aus. Da kommt dem heutigen Spiel gegen Köln (17 Uhr, Alte Försterei) besondere Bedeutung zu. "Nach den Erfolgen im DFB-Pokal haben wir uns in der Liga etwas schwer getan, aber inzwischen stimmt es mit der Motivation wieder", sagt Nikol. "Jetzt haben wir alles selbst in der Hand."

Das gilt auch für Nikol selbst. Der FC St. Pauli buhlt seit längerem um den Mittelfeldspieler. Auch bei Borussia Mönchengladbach soll er im Gespräch gewesen sein. Nikol zögert freilich noch, und das gefällt manchem bei Union überhaupt nicht. "Klar ist der Ronny ein guter Spieler", sagt Geschäftsführer Bernd Hofmann, "aber da gibt es Grenzen. Wir haben ihm einen Vertrag angeboten und sind dabei finanziell an unsere Grenze gegangen. Wenn er sich nicht entscheidet, dann müssen wir parallel planen. Noch einmal so rumeiern wie im vergangenen Jahr, das machen wir nicht mit."

Das erscheint wohl nicht nötig, denn noch vor Ostern will sich Nikol bei der Wahl seines Arbeitgebers festgelegt haben. Oder nicht? "Ich werde mich nächste Woche entscheiden", sagt Nikol, "noch bin ich nicht weg, noch hat Union eine Chance." Also muss der 1. FC Union in der kommenden Saison nicht auf seinen Freistoßspezialisten verzichten? "Das lassen wir mal offen", sagt Nikol und schmunzelt.

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