Sport : 1. FC Union: Ofodile geht, Ovono kommt

Karsten Doneck

Rund zwei Wochen ist es her, da gehörte der Fußballer Sylvain Ovono noch zum erweiterten Kreis von Kameruns Nationalmannschaft, die sich mit einem 2:0 über Togo für die Weltmeisterschaft 2002 qualifizierte. Der 25-jährige Angreifer tauchte gestern im beschaulichen Rotenburg an der Fulda auf. Dort hält Zweitliga-Aufsteiger 1. FC Union derzeit sein Trainingslager ab, und Ovono erschien zum Vorspielen bei dem auf Stürmersuche befindlichen Union-Trainer Georgi Wassilew.

Zum Thema Online Spezial: Unions Weg in die Zweite Liga Der Kameruner wurde mit offenen Armen empfangen. Kein Wunder. Acht Stürmer hatte Union bereits mitgenommen zu einem Probetraining ins erste Trainingslager nach Trappenkamp in Schleswig-Holstein. Drei gefielen Wassilew ganz besonders. Und die sollten am Montagmorgen mit nach Rotenburg fahren, wo der Union-Kader jetzt den Feinschliff erhält. Doch bei der Abfahrt fehlten zwei der drei Kandidaten. Der Bosnier Emir Obuca hatte sich ebenso grußlos abgesetzt wie der Kameruner Ferdinand Chifon. Als letzter blieb nur der frühere Magdeburger Adolphus Ofodile übrig.

Doch auch die Mission des Nigerianers endete ohne Vertragsabschluss. Gestern Vormittag trainierte Ofodile noch engagiert mit, mittags saß er aber bereits im Zug zurück nach Magdeburg. "Vertragsrechtliche Probleme", ortete Unions Vizepräsident Bernd Hofmann. "Der hat so viele Berater, man weiß ja gar nicht, mit wem man da verhandeln soll", sagte Wassilew. Und wieder: nichts als Spesen.

Unions Trainer lässt sich durch das Stürmer-Tohuwabohu nicht aus der Ruhe bringen. "Wir stehen ja nicht unter Zeitdruck, wir haben schon gute Stürmer", sagt er fast trotzig. Hilfreich war da auch, dass ihm angeboten wurde, es doch mal mit dem Kameruner Sylvain Ovono zu probieren. Dessen Empfehlung: Er hat mal für den portugiesischen Zweitligisten Portimonense 18 Tore in nur 13 Spielen geschossen. Das behauptet zumindest sein Berater. Ovonos Erscheinen bei Union zeigt indes auch anderweitig Wirkung. Sein Landsmann Ferdinand Chifon, der nach seinem Gastspiel in Trappenkamp zu seinem bisherigen Klub Pogon Stettin zurückkehren musste, weil der polnische Erstligist ihn nur für eine Woche freigestellt hatte, hatte sich nach Kräften darum bemüht, zu Union zurückkehren zu dürfen. Mit Erfolg. In der Nacht zu Mittwoch wurde er in Rotenburg zurückerwartet.

Fegt durch die Wuhlheide also in der nächsten Saison ein Sturm aus dem Kamerun? Das vorletzte Wort in dieser Angelegenheit hat Georgi Wassilew. Und dann kommt die Vereinsführung mit dem letzten Wort. Wie sagte Vizepräsident Bernd Hofmann doch mit Blick auf die nicht gerade prall gefüllten Klubkassen? "Einen Stürmer holen wir noch, mehr nicht." Ovono und Chifon - zwischen ihnen fällt wohl die Entscheidung. Wenn Union nicht noch einen ganz anderen Stürmer aus dem Hut zaubert. Wassilew zumindest stört das rege Kommen und Gehen nicht. "Einen Pelé", sagt er, "haben wir jedenfalls noch nicht verpasst."

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