1. FC Union : Sparsam in die Zweite Liga

Der Drittligist 1. FC Union könnte am Wochenende Tabellenführer werden. Das Wort Aufstieg ist offiziell verboten, doch der Klub kommt nicht umhin, sich damit auseinanderzusetzen.

Matthias Koch

Aufstiegseuphorie ist bei den Verantwortlichen des 1. FC Union noch nicht ausgebrochen. Dabei könnte der Drittligist am Samstag bei einem Sieg im Jahn-Sportpark gegen den SC Paderborn sogar die Tabellenspitze erreichen. „Ich freue mich, dass die Mannschaft erfolgreich Fußball spielt. Aber wir weichen trotzdem nicht von unserer Grundaussage vom Beginn der Saison ab“, sagt Präsident Dirk Zingler. „Wir bleiben dabei: Wir wollen uns in der Dritten Liga etablieren, die neue Spielklasse kennenlernen.“

Shergo Biran fällt vier Wochen aus

Mit Untertreibung hat es Union in dieser Saison schon weit gebracht. Von der 1:2-Auftakt-Niederlage beim FC Bayern München II ließ man sich nicht beirren. Es folgten neun Spiele ohne Niederlage. Zuletzt gewann die Elf um Kapitän Marco Gebhardt drei Mal in Folge: 2:1 beim FC Carl Zeiss Jena, 3:0 gegen den VfR Aalen und am Sonntag 2:1 bei der zweiten Mannschaft von Werder Bremen. Den letzten Sieg in Bremen bezahlte Union allerdings teuer: Angreifer Shergo Biran fällt wegen eines Muskelfaserrisses vier Wochen aus.

Das Wort Aufstieg ist nicht nur deshalb weiter verboten. Als man diesen in der Schlussphase der vergangenen Saison als Ziel ausrief, ging es prompt schief. Trainer Uwe Neuhaus macht sich inzwischen einen Spaß daraus, die Benennung eines Saisonziels immer wieder zu verschieben. Unterstützt wird er dabei von seinem Präsidenten. „Was nützt es uns, wenn wir mit Ansage am Ende Erster, Zweiter oder Dritter werden?“ fragt Zingler. Gegen den Aufstieg würde er sich allerdings nicht wehren: „Wir können uns die Dritte Liga nicht ewig leisten. Die Zweite Liga ist wirtschaftlich erstrebenswert. Sie soll mittelfristig her. Dafür sanieren wir das Stadion An der Alten Försterei.“

Geld für ein Trainingslager im Ausland gibt es nicht

Schon im Sommer 2007 hat der 1. FC Union zu sparen begonnen. Mittel für den Nachwuchs und Jobs in der Geschäftsstelle wurden gestrichen, um in neue Spieler investieren zu können. Union spart bis heute, wo es nur geht. Über 800 Fans halfen ehrenamtlich beim Umbau des Stadions, inzwischen macht sogar ein Anhänger die Videoaufnahmen, mit denen Trainer Uwe Neuhaus die Spielzüge seiner Elf noch einmal analysieren kann. Und das Wintertrainingslager findet in dieser Saison laut Sportchef Christian Beeck auch aus finanziellen Gründen nicht in der Türkei, sondern in Deutschland statt.

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