Sport : 1. FC Union: Veränderte Dienstreise

Kerstin Hebeler

Ins Ruhrgebiet ist der 1. FC Union gereist, um heute gegen die Amateure von Borussia Dortmund in der Regionalliga Nord anzutreten. Nur müssen die Berliner dafür etwas länger fahren, über Dortmund hinaus. Denn die Begegnung wird nicht im Stadion Rote Erde angepfiffen, wo die Dortmunder Amateure ihre Heimspiele normalerweise austragen. Sondern im Wattenscheider Lohrheidestadion.

Die Begründung für die Verlegung klingt zunächst einleuchtend: Das Stadion Rote Erde, direkt neben dem Westfalenstadion gelegen, ist nach der gestrigen Partie von Borussia Dortmund gegen den VfB Stuttgart "noch belegt", sagt Leopold Schneider, Spielleiter der Regionalliga Nord. Doch aus Sicherheitsgründen sollte die Begegnung sowieso nicht im Stadion Rote Erde, sondern im Westfalenstadion angepfiffen werden. Doch die Heimstätte der Dortmunder Profis Westfalenstadion muss nach dem gestrigen Bundesligaspiel laut Heinz Keppmann, Manager der Dortmunder Amateurabeilung, "gereinigt werden." Sie kommt daher als Spielstätte nicht in Frage.

Zum Thema Online Spezial: Schafft Union den Aufstieg? Aber warum eigentlich eine Verlegung aus Sicherheitsgründen? Keppmann hält sich bedeckt und spricht nur kurz, aber mit viel Wut in der Stimme, von einem "großen Ärgernis". Schneider wird da schon etwas konkreter: "Es könnte eventuell ein Problemspiel werden." Und zwar deshalb, weil einige Anhänger Unions als gewaltbereit gelten - jedenfalls gewaltbereiter als Zuschauer anderer Klubs. "Ein Zaun muss drum rum", sagt Schneider. Mit "drum rum" meint er das Spielfeld und nennt damit ein Beispiel für die erhöhten Sicherheitsvorkehrungen, die ansonsten der Geheimhaltung obliegen.

Union hingegen wehrt sich gegen den zweifelhaften Ruf, der einigen Fans vorauseilt. Heiner Bertram, Präsident der Berliner, bezeichnet die Spielverlegung zunächst lapidar als "Dortmunder Problem". Und poltert dann los: "Die gewaltbereite Szene ist bei Union verschwindend gering. Ein Sicherheitsproblem gibt es nicht!" Einen Tag nach den Krawallen in Kreuzberg am 1. Mai sei der Verein gegen Türkiyemspor angetreten - ohne dass es zu Ausschreitungen gekommen sei.

Die Dortmunder plagen noch andere Sorgen: Zwar konnten sie im Hinspiel ein 1:1 erreichen, doch ein ähnliches Ergebnis ist heute unwahrscheinlich. Union ist Tabellenführer, Borussia Dortmund als 18. der Liga so gut wie abgestiegen.

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