Sport : 1. FC Union - VfL Bochum: Neues Flutlicht - und doch dunkel

Andre Görke

Union-Fan Heinz Lehmann kann es kaum glauben. "In der DDR hätten wir darauf Jahre warten müssen", sagt Lehmann. Nun haben sich die Zeiten bekanntlich geändert. Der Mann freut sich aber dennoch diebisch - über die vier neuen Flutlichtmasten, die seit wenigen Wochen in der Alten Försterei stehen. Heute, beim Duell des 1. FC Union mit Bochum, findet dort das erste große Spiel unter Flutlicht statt.

Dass es auch schön leuchtet, dafür sorgt derzeit Hermann Täumel, der Platzwart. Nur gibt es noch ein kleines Problem. Er muss nämlich in den Hohlraum eines jeden Mastes steigen und dort die Lichter anknipsen. Erst wenn die neue Tribüne fertig ist, kann von dort aus die komplette Anlage gleichzeitig angeschaltet werden.

Doch die Flutlichtanlage bringt nicht nur Vorteile mit sich. Die Entwicklung an der Alten Försterei ging so schnell, dass es nun ein paar Probleme gibt. Vor allem für die Zuschauer, die vom S-Bahnhof Köpenick kommen und durch den Wald in der Wuhlheide laufen. Mal abgesehen davon, dass sich dieser Weg bei Regen regelrecht auflöst, ist er auch kaum zu erkennen. Was besonders Spaß macht, wenn Baumwurzeln frei liegen. Denn so stark Platzwart Täumel seine Flutlichtanlage auch aufdrehen mag, die Scheinwerfer erleuchten natürlich nicht den Wald.

Aber eigentlich müsste es den Union-Fans egal sein. "Noch dreimal siegen, dann haben wir den Pott", steht auf einem Plakat, das seit einigen Tagen vor dem Kabinentrakt steht. Und wenn die Unioner kämpfen, dann nimmt der Fan im Wald auch schon mal einen verstauchten Knöchel in Kauf. Aber so weit muss es nicht kommen. Denn der besagte Union-Fan Heinz hat hierfür eigentlich die nahezu perfekte Lösung: "Die sollen die Notstromaggregate von der Bundeswehr holen und in den Wald stellen." Und wenn das nicht klappt, laufen die Fans eben im Dunkeln durch den Wald. Und stolpern über Wurzeln. Oder über Wildschweine.

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