1. FC Union : Wechselspiele in der Offensive

Die Mannschaft des 1. FC Union steht bis auf wenige Positionen – nur ein echter Torjäger fehlt.

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Schwer zu stoppen. Der eingewechselte Chinedu Ede (rechts) rettete Union mit seinem späten Tor einen Punkt in Aachen.
Schwer zu stoppen. Der eingewechselte Chinedu Ede (rechts) rettete Union mit seinem späten Tor einen Punkt in Aachen.Foto: dpa

Es war fünf Uhr in der Frühe, da drehten die Spieler des 1. FC Union bereits ihre Runden in der Alten Försterei. Bei Dunkelheit liefen sich die Zweitliga-Profis die Strapazen des 2:2-Unentschiedens bei Alemannia Aachen und der Heimreise aus den Beinen. Das Trainerteam wählte eine andere Art der Auflockerung. Nur rund fünf Stunden später paddelten Chefcoach Uwe Neuhaus, Assistent André Hofschneider und Torwarttrainer Holger Bahra auf der Dahme umher. Sie saßen beim traditionellen Drachenboot-Rennen der Union-Supporter-Vereinigung „Eiserner Virus“ im Boot der Geschäftsstelle. „Hier geht es darum, nicht abzusaufen“, sagte Neuhaus. „Beim Fußball geht es darum, nicht abzusteigen.“

Davon müssen die Berliner nach dem ersten Spieltag nicht unbedingt ausgehen. Den Punktgewinn in Aachen nahm Union gern mit. Schließlich wurde so nach dem DFB-Pokal-Aus gegen den Halleschen FC ein richtiger Fehlstart vermieden. Dass nicht alles glatt lief, war für Neuhaus normal. „Die anderen Mannschaften spielen auch Fußball. Ich weiß nicht, was verlangt wird? Als ob wir den Gegner 90 Minuten dominieren müssten. Das wird in der Zweiten Liga in den seltensten Fällen der Fall sein“, konterte Unions Trainer eine Frage nach diversen Schwächephasen seiner Mannschaft.

Obwohl erst zwei Pflichtspiele absolviert sind, scheint Neuhaus seine Stammelf auf neun oder zehn Positionen schon gefunden zu haben. Fragezeichen gibt es lediglich in der Offensive, wo die Plätze auf den Außenbahnen nach dem langen Ausfall von Michael Parensen äußerst umkämpft sind. Nach dem Halle-Spiel war Chinedu Ede aus der Startformation genommen worden. Für ihn durfte in Aachen der etatmäßige Angreifer Karim Benyamina von Beginn an ran, wenn auch im rechten Mittelfeld. „Ich wollte insgesamt mehr Torgefahr, wobei mich Chinedu nach seiner Einwechslung mit seinem Tor Lügen gestraft hat“, begründete Neuhaus den Wechsel. „Karim ist kopfballstark und besitzt sowohl in der Offensive als auch in der Defensive ein sehr gutes Timing. Er hat Zug Richtung Tor, und das hat er beim 1:0 auch bewiesen.“

Mit seinem siebten Zweitliga-Tor verstärkt Benyamina auch den Druck auf John Jairo Mosquera. Der Kolumbianer läuft inzwischen 17 Spiele lang einem Torerfolg hinterher. Das ist der zeitliche Rahmen einer kompletten Halbserie. Unabhängig davon fiel der Südamerikaner mit einer Torvorlage für Benyamina und einigen torgefährlichen Szenen auf. Selbstvertrauen und eine Stammplatzgarantie bringt das langfristig aber wohl kaum.

Gut möglich, dass vorn am ehesten Änderungen anstehen. „Wir haben eine Trainingswoche vor uns, in der die Leistungen auch berücksichtigt werden“, sagt Neuhaus. „Ede hat sich nach seiner Einwechslung angeboten, nicht zuletzt durch das Tor. Er hatte auch noch ein, zwei gute andere Aktionen.“

Ähnliches gilt für Christopher Quiring. Wie schon in Halle kam der schnelle Mittelfeldspieler in Aachen in der Schlussphase zum Einsatz. „Er hat sich sehr gut in der Vorbereitung gezeigt. Seine Einsätze sind der vorläufige Lohn“, sagte Neuhaus. „Er war in Aachen ein belebendes Element.“ Ein echter Torjäger ist Quiring aber auch nicht.

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