Sport : 1. FC Union: Wenn Rot nicht rot genug ist

Karsten Doneck

Frank Pagelsdorf freute sich aufrichtig. Weniger über seine Mannschaft, die gerade 2:4 bei Energie Cottbus verlorenhatte. Aber als der Trainer des Hamburger SV am vergangenen Sonnabend eine halbe Stunde nach dem Abpfiff hörte, dass der 1. FC Union den Sprung in die Zweite Bundesliga endgültig geschafft habe, da hellte sich seine Miene doch etwas auf. "Ich freue mich für Union", sagte Pagelsdorf. "Mittelfrsitig kann der Verein sogar in die Erste Liga aufsteigen." Pagelsdorf hat von 1992 bis 1994 selbst den 1. FC Union trainiert. Erfolgreich war er, aber die damaligen Kluboberen verbockten durch ihr chaotisches Finanzgebaren zweimal den seinerzeit schon möglichen Aufstieg.

Zum Thema Online Spezial: Der Weg in die Zweite Liga Der 1. FC Union hat unter Präsident Heiner Bertram, der Ende 1997 das Amt übernahm, nach mehrmaligem Abwenden eines Konkurses zu solidem Wirtschaften zurückgefunden. Ausdruck dafür ist auch die gestern vollzogene Vertragsverlängerung des Trikotsponsors (BSR) um zwei Jahre, dotiert mit angeblich maximal 800 000 Mark pro Saison.

Vorbei sind die Zeiten, als finanzkräftige Sponsoren einen großen Bogen um Union machten. So ließ der Trikothersteller (Nike) schon mal vorsorglich wissen, man würde gerne über eine längerfristige Zusammenarbeit reden. Dazu hat Nike bereits jetzt die Trikots für die neue Saison geliefert. Sie sind rot-weiß gestreift und erinnern an das, was Union Ende der sechziger Jahre trug, als die Mannschaft in der DDR den FDGB-Pokal holte. Kaum auf dem Markt, regte sich schon Kritik am neuen Outfit: Den in solchen Fragen stets Mitbestimmung fordernden Union-Fans kamen die roten Streifen dem Union-Rot nicht nahe genug. Sie mosern - und werden sich nun schwer überlegen, ob sie die 119 Mark für das Kleidungsstück auch wirklich ausgeben sollen.

Unions Mannschaft wird als Belohnung für den Aufstieg bereits vor dem letzten Punktspiel gegen den KFC Uerdingen (9. Juni) für ein paar Tage nach Mallorca fliegen, "um dort zu entspannen" (Präsident Bertram). Für den 2. Juli hat Trainer Georgi Wassilew den ersten Trainingstag der neuen Saison angesetzt. Vom 8. bis 21. Juli zieht sich Union in ein Trainingslager nach Rothenburg an der Fulda zurück. Geplant ist noch ein Freundschaftsspiel gegen Hertha BSC, aber zurzeit gibt es noch Probleme hinsichtlich eines Termins.

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