1. FC Union : Zu viele Gegentore

In den vergangenen Spielen kassierte der 1. FC Union zu viele Treffer. Trainer Uwe Neuhaus erwägt für das Spiel am Freitag gegen Cottbus deshalb Umstellungen.

Matthias Koch

Berlin - Ein einziger Fan wollte am Montagvormittag um 10 Uhr den Spielern des Fußball-Zweitligisten 1. FC Union beim Auslaufen zusehen. Der junge Mann musste einen Tag nach der 0:3-Niederlage beim FC St. Pauli aber sehr lange auf seine Lieblinge warten. Erst nach 72 Minuten öffnete sich die Tür des Medienzentrums, das im Grunde nicht mehr als ein einfacher Container ist. Dort hatte Trainer Uwe Neuhaus der gesamten Mannschaft die Patzer von Hamburg per Video vor Augen gehalten.

„Wenn man drei Tore auf St. Pauli bekommen hat, dann macht man sofort eine Videoauswertung“, sagte Unions Sportchef Christian Beeck. „Weil wir am Freitag schon wieder gegen Cottbus spielen.“ Für die Partie gegen die Lausitzer hatte der Verein noch eine weitere Schnellmaßnahme parat. Am heutigen Dienstag gibt es quasi Kurzurlaub anstelle von Training. „Das ist ein Tag zum sacken lassen“, sagte Beeck. „Wir wollen Kräfte sammeln, damit wir am Freitagabend körperlich und geistig da sind.“

In erster Linie müssen die Berliner aber ihr Abwehrproblem in den Griff bekommen. Bei den jüngsten drei Niederlagen gegen Karlsruhe, Kaiserslautern und St. Pauli bekamen sie acht Gegentreffer. „Wir müssen wieder alle zusammen defensiv und offensiv spielen. Die Räume waren zu groß und Pauli hat sie exzellent genutzt“, stellte Abwehrchef Daniel Göhlert fest. Der frühere Chemnitzer forderte auch mehr Aggressivität von sich selbst und seinen Mitspielern ein. „Es gab Situationen, in denen man ein etwas ekeliges Foul hätte machen sollen“, sagte Göhlert angesichts der Angriffslust der Hamburger. Macchambes Younga-Mouhani erhielt als einziger Unioner im Millerntor-Stadion eine Gelbe Karte.

Für die Partie gegen Energie Cottbus ist sicherlich mit mindestens einer Umstellung in der Abwehr zu rechnen. Christian Stuff, den Trainer Neuhaus in Hamburg schon zur Halbzeit in der Kabine ließ, droht die Bank. Er könnte durch Christoph Menz ersetzt werden. „Ich habe meinen Anteil an der Niederlage und die Quittung bekommen“, gab Stuff selbstkritisch zu. „Es gab so viele Aktionen, in denen ich einen Schritt zu spät gekommen bin.“ Gegen Cottbus sollte das den Unionern nicht wieder so häufig passieren, sonst wird der derzeitige fünfte Tabellenrang bald nur noch eine schöne Erinnerung sein. Matthias Koch

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