1. FC Union : Norbert Düwel setzt auf neue Kräfte in der Mitte

Trainer Norbert Düwel will in Zukunft Unions Zentrum stärken. Ein Neuzugang könnte dabei besonders wertvoll sein.

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Unions Trainer Norbert Düwel setzt auf ein neues Zentrum beim 1. FC Union.
Unions Trainer Norbert Düwel setzt auf ein neues Zentrum beim 1. FC Union.Foto: dpa

So richtig los lässt die vergangene Saison Norbert Düwel noch nicht. Wer dem Trainer des 1. FC Union zuhört, der spürt noch immer den Ärger und die Erregung, wenn Düwel über die vielen verpassten Gelegenheiten spricht. Jene Spiele, in denen seine Mannschaft die Möglichkeit besaß, zu den Führenden in der Tabelle aufzuschließen und vielleicht doch noch ins Aufstiegsrennen einzugreifen. In Nürnberg etwa oder in Leipzig. Bei RB verlor Union, weil alles drunter und drüber ging in einer wilden Anfangsphase mit drei Gegentoren. Und dann waren da noch die beiden Spiele gegen Ingolstadt, den späteren Meister der Zweiten Liga, als Union jeweils den sicheren Sieg noch aus den Händen gab.

Der Grund war aus Düwels Sicht immer der gleiche: „Weil wir nicht in der Lage waren, den Ball zu halten oder das Tempo rauszunehmen. So haben wir viele Punkte verloren“, sagt Unions Trainer. Das soll sich in der neuen Spielzeit nicht wiederholen.

In Zukunft wollen die Berliner die Spielkontrolle nicht mehr so einfach herschenken. Düwel hat während der Vorbereitung oft mit drei zentralen Mittelfeldspielern spielen lassen. Einer direkt vor der Abwehr, die anderen beiden etwas offensiver. Mit einiger Wahrscheinlichkeit wird sich Düwel auch am Sonntag für dieses System entscheiden. Dann erwartet der 1. FC Union zum Saisonauftakt Fortuna Düsseldorf im Stadion An der Alten Försterei (15.30 Uhr). Und mit einiger Wahrscheinlichkeit werden das Stephan Fürstner, Damir Kreilach und Dennis Daube sein – Spieler mit reichlich Erfahrung in der Zweiten Liga, die darüber hinaus auch noch sehr gut mit dem Ball umgehen können.

Nicht zwangsläufig mehr Ballbesitz, dafür aber mehr Dominanz und mehr Organisation auf dem Feld verspricht sich Düwel von seinen neuen Mittelfeldspielern, vor allem dann, wenn es hektisch wird. „Da kannst du von außen nicht mehr eingreifen, dass müssen die erfahrenen Spieler übernehmen“, sagt Unions Trainer. Er hat für Fürstner den defensiven Part vorgesehen. Daube und gerade der torgefährliche Kapitän Kreilach sollen davor spielen.

In den Vorbereitungsspielen war schon erkennbar, dass vor allem Neuzugang Fürstner (Fürth) das spielerische Niveau beim 1. FC Union steigert. Von Daube (kam vom FC St. Pauli), der sich noch etwas schwertat, erhofft sich Düwel bald einen ähnlichen Effekt. Um die Neuen gemeinsam mit Kreilach in der Mannschaft unterbringen zu können, hat sich der Trainer für eine Dreierkette in der Abwehr entschieden. Dass ein Spieler weniger in der Verteidigung zum Nachteil werden könnte, glaubt er nicht. „Wir haben viele Spieler mit großem Offensivpotential. Je mehr wir davon auf dem Feld haben, desto besser“, sagt Düwel. Er denkt da an Maximilian Thiel, der auf der linken Seite im Mittelfeld gesetzt ist. Rechts dürfte derzeit Adrian Nikci in der Gunst des Trainers leicht vor Christopher Quiring liegen. Nikci, der vom 1. FC Nürnberg kam, wäre der dritte Neuzugang, der einen der insgesamt fünf Plätze im Mittelfeld einnimmt.

Was das Zentrum angeht, hatte Düwel in der vergangenen Saison feststellen müssen, dass am Ende doch die nötige Qualität fehlt, um ganz vorn mitspielen zu können. Der Vertrag mit dem jungen, aus dem eigenen Nachwuchs kommenden Björn Jopek wurde nicht verlängert. Jopek spielt inzwischen für den Konkurrenten Arminia Bielefeld.

Den 1. FC Union ganz und gar verlassen will Eroll Zejnullahu nicht, aber eventuell könnte eine Ausleihe für den 21-Jährigen sinnvoll werden. In der vergangenen Saison kam er noch auf 23 Einsätze in der Zweiten Liga, aktuell zählt er aber nicht zu Düwels Stammformation. Im abschließenden Test gegen Crystal Palace (2:0) aus England stand Zejnullahu nicht einmal im Kader. Im neuen, qualitativ hochwertig besetzten Mittelfeld des 1. FC Union ist für ihn zur Zeit kein Platz mehr.

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