10 000 Meter : Gebrselassie feiert sechsten Platz

Haile Gebrselassie war zufrieden mit seiner Leistung, obwohl sein äthiopischer Landsmann Kenenisa Bekele das Rennen über 10 000 Meter gewann.

Mit seinem zweiten Olympiasieg über 10 000 Meter hat Kenenisa Bekele zu seinem Vorbild Haile Gebrselassie aufgeschlossen. Gemeinsam mit seinem Landsmann und Silbermedaillengewinner Sileshi Sihine trug der 26-Jährige am Sonntag die äthiopische Fahne durch das Pekinger Nationalstadion. Der 26-Jährige feierte einen ungefährdeten Sieg in 27:01,17 Minuten. Für Gebrselassie blieb bei der „Mission impossible" nur die ungewohnte Rolle als Tempomacher. „Ich habe mein Bestes gegeben. Auf den letzten 200 Metern konnte ich aber nicht mehr mithalten. Das war heute zu viel, aber ich bin ja jetzt auch Marathonläufer", sagte Gebreselassie. Der Marathon-Weltrekordler, der in Chinas Hauptstadt wegen der befürchteten Hitze und Luftverschmutzung auf einen Start am Schlusstag der Spiele über die 42,195 Kilometer verzichtet und vom äthiopischen Verband auf die Bahn gezwungen wurde, nahm seinen sechsten Platz großherzig hin: Auf der Ehrenrunde jubelte und strahlte er wie zu besten Zeiten. In den Medaillenkampf konnte der 35-Jährige erwartungsgemäß nicht eingreifen. Gebrselassie hatte sich nach vier WM-Titeln und den Olympiasiegen 1996 und 2000 eigentlich von den 10 000 Metern verabschiedet. Vor vier Jahren in Athen war er als Fünfter angeschlagen ins Ziel gehumpelt - und hatte danach eine famose Marathon-Karriere gestartet. „Er musste das hier machen für das Land", erklärte sein niederländischer Manager Jos Hermens. „Aber er ist 35 und will noch einmal in vier Jahren in London starten. Haile glaubt, dass er mit 39 dort im Marathon noch mitlaufen kann." Gebreselassie selbst sagt: „Ich habe noch zwei große Ziele: Einen Olympiasieg und einen Marathonlauf unter 2:04 Stunden." Letzteres will er bereits am 28. September beim Berlin-Marathon angehen: Dort winken ihm insgesamt 130 000 Euro Sieg- und Rekordprämie. „Dafür war das eine gute Vorbereitung", sagte er. Im „Vogelnest" stellte sich der nur 1,64 Meter große Läufer ganz uneigennützig in den Dienst seiner Kollegen, um die Konkurrenz aus Kenia und Eritrea in Schach zu halten. So blieb Kenia nur Bronze durch Micah Kogo. Die Wachablösung zwischen Gebrselassie und Bekele war ohnehin längst vollzogen: Bekele hatte bei der WM 2003 in Paris erstmals den größten Läufer Äthiopiens bei einer internationalen Meisterschaft geschlagen. (dpa)

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