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100. Tour de France : Christopher Froome verteidigt das gelbe Trikot

Topfavorit Christopher Froome hat seinen Vorsprung in der Gesamtwertung der Tour de France weiter ausgebaut. Der britische Radprofi gewann am Sonntag die 15. Etappe und feierte damit seinen zweiten Tagessieg.

Mit dem klaren Sieg auf dem Mont Ventoux hat Christopher Froome seinen Vorsprung in der Gesamtwertung deutlich ausgebaut.
Mit dem klaren Sieg auf dem Mont Ventoux hat Christopher Froome seinen Vorsprung in der Gesamtwertung deutlich ausgebaut.Foto: afp

Mit einer unglaublich erscheinenden Gala-Vorstellung auf dem berüchtigten Mont Ventoux hat Christopher Froome alle Zweifel an seiner Dominanz bei der Jubiläumstour ausgeräumt. Der Träger des Gelben Trikots schüttelte seine Konkurrenten auf der 15. Etappe der 100. Tour de France am Sonntag wie lästige Fliegen ab. Im Ziel des spektakulären Abschnitts musste zuletzt auch der Kolumbianer Nairo Alexander Quintana den nicht nachlassenden britischen Radprofi davonziehen lassen.

Nach der Froome-Show stand sein zweiter Etappensieg fest, sein Vorsprung vor seinen Konkurrenten Bauke Mollema (+4:14 Minuten) und Alberto Contador (+4:25) ist weiter gewachsen. Der schmale Brite ließ am französischen Nationalfeiertag ungläubig staunende Beobachter zurück und beseitigte fast jegliche Skepsis, dass er sich in acht Tagen als Toursieger 2013 feiern lassen kann. Die Etappe wurde in Rekord-Tempo absolviert - Froome erreichte das Ziel 40 Minuten vor der in der Marschtabelle schnellsten errechneten Zeit.

Alles konzentrierte sich am Sonntag auf der mit 242,5 Kilometer längsten Touretappe auf das brutale Finale. Auf dem 20,8 Kilometer langen Schlussanstieg lieferten sich die Favoriten ein gnadenloses Ausscheidungsrennen. Den ersten entscheidenden Punch setzte Froome 7,3 Kilometer vor dem Ziel, als er den zweifachen Toursieger Contador wie einen Hobbyfahrer stehen ließ. Der wie entfesselt fahrend Spitzenreiter schloss wenig später zum in Führung liegenden Quintana auf, der 13 Kilometer vor dem Ziel attackiert hatte. Den ließ er dann auf den letzten 1300 Metern zurück.

Peter Sagan, Etappensieger von Albi, hatte auf der spektakulären Etappe Geschichte schreiben wollen. Der Slowake, den André Greipel als „Wonderboy“ und „Asterix und Obelix“ in einer Person bezeichnete, fuhr in einer neunköpfigen Ausreißergruppe. Aber sein geplanter Coup, wenn er denn mehr wollte, als nur die Punkte im einzigen Zwischensprint in Malaucène 34 Kilometer vor dem Ziel, schlug fehl. Die Flüchtlinge wurden auf den steilen Rampen des Ventoux gestellt, als letzter von ihnen der Franzose Sylvain Chavanel.

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Der 1912 Meter hohe Berg, der auf den letzten 200 Höhenmetern ohne Vegetation einer Mondlandschaft gleicht, hatte am 13. Juli 1967 traurige Berühmtheit erlangt. Beim Aufstieg hatte der Brite Tom Simpson einen tödlichen Hitzschlag erlitten. Später waren in seinem Blut Spuren von Amphetaminen und Alkohol nachgewiesen worden. Im Folgejahr wurden Dopingkontrollen bei der Tour obligatorisch, allerdings nicht sehr ernst genommen. Bei Verstößen wurden früher geringe Geldstrafen oder Sekundenzuschläge ausgesprochen.

Auf der 14. Etappe am Vortag hatte Matteo Trentin aus der Tony Martin-Mannschaft in Lyon für den ersten italienischen Tagessieg bei der diesjährigen Tour gesorgt. „Wir haben jetzt vier Etappensiege. Alles, was jetzt noch kommt, ist Bonus“, war Rolf Aldag, der technische Manager im Omega Quick-Step-Team, mit der Zwischenbilanz zufrieden.


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