Sport : 1000. Spiel, 18000 Fans

Das deutsche Eishockey-Team unterliegt Kanada 3:4 in Köln

Christoph Bertling

Köln. Durch die Lautsprecherboxen donnerte in den Spielpausen ein angestaubter Hit: „Samba de Janeiro." Das südamerikanische Stück charakterisiert die Stimmung beim Jubiläumsspiel des Deutschen Eishockey-Bundes. Karneval in Köln, Eishockey in der ausverkauften Kölnarena. Das war auch gestern wieder eine gigantische Party. Mit feiernden Fans, Lasershow, Spotlight und Brimborium. Die deutsche Mannschaft ließ von der guten Atmosphäre anstecken. Vor genau 18 387 Zuschauern – damit wurde der Weltrekord für Freundschaftsspiele um 156 verpasst – verkaufte sich das Team von Hans Zach gegen Kanada passabel, auch wenn dies vom Ergebnis her nicht belohnt wurde. Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft verlor das 1000. Spiel ihrer Geschichte mit 3:4 (0:1, 1:1, 2:2).

Nachdem die Kanadier das erste Drittel mit 1:0 für sich entschieden hatten, gelang David Sulkovsky (Hamburg) im zweiten Drittel der Ausgleich. Als Kanada abermals in Führung gegangen war, drehten Andreas Morczinietz und Sven Felski, dessen Kollege Oliver Jonas vom EHC Eisbären im letzten Drittel im Tor des Nationalteams debütierte, mit zwei Toren das Geschehen. Dass Kanada das 3:3 und kurz vor Schluss doch der Siegtreffer gelang, trübte die Stimmung in der Kölnarena kaum. Das Ergebnis gegen den Olympiasieger war ehrenwert – auch wenn Torschütze Morczinietz anderer Meinung war. „Wir hätten das Spiel nach dem 3:2 für uns entscheiden müssen", sagte der Stürmer von den Kölner Haien. Sicher, Kanada trat nicht mit der ersten Garde an. Gleiches galt aber auch für die deutsche Auswahl. Ein Dutzend Stammspieler fehlten Bundestrainer Hans Zach.

Jetzt finden sogar Freundschaftsspiele der Eishockey-Nationalmannschaft eine derartige Resonanz. Noch vor zwei Jahren tingelte das Team über die Dörfer und freute sich über niedrige vierstellige Besucherzahlen. Nach dem Erreichen der Viertelfinals bei den vergangenen zwei Weltmeisterschaften und bei den Olympischen Winterspielen in Salt Lake City ist das anders geworden. Auch am Freitag zu Beginn des Deutschland-Cups in der Preussag-Arena in Hannover, zum ersten Spiel der Deutschen gegen die USA, werden wieder 10 000 Zuschauer erwartet.

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