Sport : 128 Millionen Euro für 13 Radställe

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Paris Die Tour de France bleibt trotz der Erschütterungen durch die Dopingskandale der vergangenen Jahre auch weiterhin eine unerschöpfliche Einnahmequelle. Angelockt von der großen Werbewirkung der Veranstaltung investieren Unternehmen Millionen in das bedeutendste Radrennen der Welt. Zwar haben ein Dutzend Sponsoren seit dem Festina-Dopingskandal von 1998 die Tour verlassen, doch an ihre Stelle traten schnell andere.

Bei 135 Millionen Euro Umsatz kann der Ausrichter Amaury Sport Organisation (ASO) nach einem Bericht des „Figaro“ vom Samstag in diesem Jahr wieder mit mehr als 15 Millionen Euro Gewinn rechnen.

Alleine das Budget der Tour wird vom Wirtschaftsblatt „Les Echos“ auf 75 bis 80 Millionen Euro geschätzt. Davon entfallen auf die Fernsehrechte 45 Prozent, das Marketing 37 Prozent und die Etappenstädte sechs Prozent. Die Rennställe tragen über Rechtegebühren zwölf Prozent bei.

Den Sponsoren bietet die Tour eine Werbefläche im Wert von 9,5 Millionen Euro. Da können sich Investitionen selbst in Millionenhöhe lohnen. Insgesamt 128,3 Millionen Euro haben Unternehmen in die 21 Rennställe investiert. 13 „offizielle Partner“ gaben zwischen 300 000 und 700 000 Euro aus, um das Rennen als Schaubühne zu nutzen. Viele planen dabei langfristig. Coca-Cola hat bereits seinen Vertrag bis 2009 verlängert, France Télécom bis 2007. Nach dem Rückzug von Fiat stellt die VW-Tochter Skoda für die nächsten vier Jahre die Begleitfahrzeuge, um auf dem französischen Markt bekannt zu werden.

Die Dopingskandale bleiben allerdings für Sponsoren ein Risiko.

„Wenn wir das Gefühl hätten, dass nichts passiert, würde der Vertrag in Frage gestellt“, erklärte der Mineralwasseranbieter Perrier Vittel der Zeitung „Figaro“. ASO-Präsident Patrice Clerc blies denn auch vor Tour-Beginn öffentlich zum „Krieg gegen das Doping“. Es gebe „keine Toleranz mehr“, sagte er der Zeitung „Le Parisien“. In diesem Krieg seien „alle Mittel zum Sieg gut“, neben Bluttests auch Abhörmaßnahmen und Durchsuchungen bei den beteiligten Rennställen. dpa

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