Sport : 13 bringt kein Glück

Alba Berlin verliert nach zwölf Siegen 72:91 in Ulm und kann Platz zwei in der Liga wohl abschreiben.

Berlin - Eine Gewissheit schien man zu haben bei Alba Berlin. Auch wenn man in Ulm verlieren und es damit verpassen würde, sich den zweiten Platz in der Basketball-Bundesliga sofort zu sichern – der direkte Vergleich würde weiter für die Berliner sprechen. Zu deutlich war der Hinspielsieg mit 31 Punkten Vorsprung. Bei Punktgleichheit am Saisonende hätte Alba dann die Nase vor Ulm.

Diese Gewissheit wurde lange in Ulm und um Ulm herum erschüttert: Mit 25 Punkten lagen die Berliner in der neuen Arena in Neu-Ulm zeitweise hinten. Am Ende wurde es immerhin nur eine 72:91 (35:48)-Niederlage. Die Berliner haben damit zum ersten Mal nach zwölf Siegen wieder verloren, Spiel 13 war in dem Fall wirklich eine Unglückszahl. Alba halfen dabei auch 18 Punkte von DaShaun Wood und 14 von Derrick Allen nicht gegen die Ulmer, bei denen Dane Watts mit 21 Punkten überragte.

Wohl abzuschreiben ist damit der zweite Platz, der einen vermeintlich leichteren Gegner im Viertelfinale brächte und dazu Heimrecht im Halbfinale, wo es gegen Ulm gehen könnte. Die Schwaben, die nun mit zwei Punkten vorne liegen, haben in ihren verbleibenden drei Bundesligaspielen das leichtere Restprogramm (in Oldenburg sowie zu Hause gegen Trier und Würzburg) gegenüber Alba (Samstag in Tübingen, eine Woche später bei Tabellenführer Bamberg und zu Hause gegen Braunschweig).

Dabei begannen die Berliner gar nicht schlecht beim Überraschungsteam der Liga, das vergangene Saison noch gegen den Abstieg kämpfte. Die Gäste aus der Hauptstadt reboundeten besser und führten nach fünf Minuten 12:7. Doch der Anfang war ausgeglichen, bei 17:17, als die Ulmer plötzlich ernst machten. Mit gnadenloser Wurf-Effizienz legten sie einen 13:1-Lauf hin, bis zur Halbzeitpause betrug der Vorsprung 13 Punkte. Auch weil sich Alba sieben Ballverluste vor der Pause leistete (15 am Ende).

Im dritten Viertel brach Berlin dann auseinander, bis auf 25 Punkte Vorsprung hatte Ulm seinen Vorsprung bis zum Ende des Durchgangs, indem Alba sechs Ballverluste fabrizierte, ausgebaut.

Es sprach für die Moral der Berliner, dass sie im Schlussviertel noch einmal auf elf Punkte herankamen. Zu mehr reichte es jedoch nicht.

Bei den Ulmern beeindruckte vor allem die Effizienz von der Freiwurf- (nur ein Fehlwurf) und Dreipunktelinie (54 Prozent, zur Halbzeit sogar 62 Prozent). Alba zeigte erneut Probleme, außen effektiv zu verteidigen. Dafür schwächelten die eigenen Schützen: Marko Simonovic traf nur einen von sieben Würfen aus dem Feld, Heiko Schaffartzik einen von sechs. Immerhin durfte sich der 19-jährige Sebastian Fülle freuen, in Abwesenheit der angeschlagenen Lucca Staiger und Joey Ney seine erste Bundesliga-Minute zu absolvieren.

Die Berliner bleiben im Süden, wo sie am Samstag in Tübingen verhindern wollen, dass vor den Play-offs noch mehr Gewissheiten erschüttert werden. Tsp

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