Sport : 18 Jahre Profitrainer – eine Chronik Von Neuss bis Frankfurt am Main

Ingo Schmidt-Tychsen

VfR Neuss: Der Bundesligaspieler Friedhelm Funkel hat seine Trainerkarriere nicht etwa in der höchsten Spielklasse begonnen. Schon während seiner Spielerzeit trainierte Funkel bis 1990 nebenher den Landesligisten VfR Neuss, seinen Heimatverein. „Fünfte Liga – das ist für den Start einer Trainerkarriere ideal“, sagt Funkel.

Bayer Uerdingen: Im Dezember 1990 holte Uerdingen seinen Rekordspieler zurück, der in 13 Jahren 254 Spiele für den Werksklub gemacht hatte. Nach dem Abstieg der Uerdinger wurde Funkel im Juni 1991 Cheftrainer. Es folgten aufregende Jahre: Aufstieg, Abstieg, Aufstieg, Klassenerhalt, Abstieg – Entlassung. Trotz des wechselnden Erfolges hatte sich Funkel in Uerdingen zwischenzeitlich ein hohes Ansehen und Macht erarbeitet. Seine Stellung sei „nur mit der Otto Rehhagels in Bremen vergleichbar“, schrieb die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ einmal.

MSV Duisburg: Noch während der Saison war Funkel 1996 zum Zweitligisten MSV Duisburg gewechselt. Funkel übernahm eine Mannschaft, die dabei war, den Aufstieg zu verspielen. Der Trainer aber wendete die Stimmung und führte das Team in die Bundesliga. Im ersten Jahr landete er mit Duisburg auf dem neunten Platz, in der Saison darauf gelang ihm mit dem Einzug ins DFB-Pokalfinale eine kleine Sensation (1:2 gegen Bayern München). Nach einem achten Platz in der folgenden Saison stürzte der Verein 1999/2000 in eine Krise, die Funkel nicht überstand. Allerdings hatte er mit 39 Monaten und 28 Tagen als Trainer in Duisburg einen Vereinsrekord aufgestellt.

Hansa Rostock: Im Herbst 2000 übernahm Funkel den Bundesligisten auf dem letzten Tabellenplatz und führte ihn ins gesicherte Mittelfeld. In der nächsten Saison geriet Funkel rasch unter Druck. Kritik an seiner defensiven Spielweise und ausbleibende Erfolge führten zu Funkels Entlassung im Dezember 2001.

1. FC Köln: Funkel blieb nach Rostock wieder nicht lange arbeitslos und heuerte im Februar 2002 in Köln an. Die in der ruhmreichen Vergangenheit schwelgenden Fans und auch einige Funktionäre hatten sich lange gegen die Einstellung des als farblos geltenden Trainers ausgesprochen. Nachdem Funkel den Abstieg der Kölner nicht verhindern konnte, machte er sich mit dem direkten Wiederaufstieg beliebt. Aber nicht lange. Bereits Ende Oktober 2003 wurde Funkel nach einem schlechten Saisonstart entlassen.

Eintracht Frankfurt: In seiner Spezialdisziplin Wiederaufstieg war Funkel 2005 abermals erfolgreich, der Einzug ins DFB-Pokalfinale im Jahr darauf wurde in Frankfurt ebenfalls als großer Erfolg gefeiert (0:1 gegen Bayern München). Nach vier Jahren in der Bundesliga spielten die Frankfurter 2009 eine schwache Rückrunde. Als die Fans bei Heimspielen mehrfach Funkels Entlassung gefordert hatten, bat der Trainer die Vereinsführung vor dem letzten Spiel um eine Vertragsauflösung. Ingo Schmidt-Tychsen

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