Sport : 1860 München: Protest zwecklos

Die Hoffnungen von Fußball-Bundesligist 1860 München auf ein Wiederholungsspiel im Uefa-Cup sind geplatzt. Die Europäische Fußball-Union (Uefa) hat den Protest der Münchner gegen die Spielwertung des Rückspiels der dritten Runde gegen den AC Parma abgeschmettert. Mit der Entscheidung vom Freitagabend steht Parma definitiv im Achtelfinale des Uefa-Cups. 1860 hatte das Spiel am Dienstag 0:2 gegen die Italiener verloren und war damit nach dem 2:2-Unentschieden im Hinspiel ausgeschieden. Einen Tag nach der Niederlage hatte Münchens Vereinspräsident Karl-Heinz Wildmoser Protest angemeldet - wegen eines Auswechselfehlers bei Parma.

Das Ausscheiden der Münchner in der dritten Runde des Wettbewerbs ist nun endgültig. Der Sportdirektor von 1860, Dirk Dufner, teilte inzwischen in einer Presseerklärung mit, dass der Bundesligist die in Genf getroffene Entscheidung der Kontroll- und Disziplinar-Kommission der Uefa akzeptiere. Auf ein Berufungsverfahren will der Klub verzichten.

Die Sechziger hatten ihren Protest gegen die Spielwertung mit einem Regelverstoß des irischen Schiedsrichters Irvine während der Partie im Münchner Olympiastadion begründet. Der Unparteiische hatte die Partie in der 78. Spielminute nach einer Gelb-Roten Karte gegen Parma-Spieler Fabio Cannavaro und der gleichzeitigen Einwechslung seines Teamkollegen Antonio Benarrivo freigegeben. Dabei hatte er nicht beachtet, dass der ausgewechselte Marcio Amoroso noch nicht den Platz verlassen hatte. Für rund acht Sekunden waren die Italiener somit weiterhin mit elf statt zehn Spielern auf dem Feld gewesen.

"Die Uefa räumt den Regelverstoß ein, sieht sich durch diesen aber nicht veranlasst, die Spielwertung aufzuheben", teilte Dufner mit. Der Sportdirektor verteidigte noch einmal den Protest der Münchner, der vor allem in Italien auf Unverständnis gestoßen war. Man sei mit der Reklamation einer Verpflichtung gegenüber dem Verein und seinen Mitgliedern nachgekommen, betonte Dufner.

Theoretisch hätten die Münchner noch eine Möglichkeit, das gewünschte Wiederholungsspiel durchzusetzen. Nach den Statuten der Uefa bliebe ihnen bis zum Montag Zeit, um Berufung einzulegen. Darauf will der Klub jedoch verzichten, "da wir kein anderes Urteil erwarten".

In einem ähnlich gelagerten Fall in einer Partie zwischen AIK Stockholm und dem FC Barcelona in der Champions League hatte die Uefa im vergangenen Jahr ebenfalls gegen ein Wiederholungsspiel entschieden. Die disziplinarische Kommission verwies dabei auf eine Tatsachenentscheidung des Schiedsrichters.

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