Sport : 1860 München: Volles Vertrauen für Werner Lorant

Nur eine Woche nach dem Bundesliga-Start wackelt der erste Trainerstuhl. Vier Niederlagen in Folge, der Absturz auf den letzten Tabellenplatz und das Aus im UI-Cup haben beim TSV 1860 München für gereizte Stimmung gesorgt. Der abermals mäßige Auftritt der Münchner beim 0:2 (0:0) in Köln schlug zwar auch Karl-Heinz Wildmoser sichtlich aufs Gemüt, konnte den Vereinspräsidenten aber nicht zu einem Sinneswandel bewegen. Unbeeindruckt von der lauter werdenden Kritik schwor er Werner Lorant demonstrativ die Treue: "Ein Wechsel würde in unserer jetzigen Situation nichts bringen, ich stehe zum Trainer."

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Online-Umfrage: Gucken Sie Bundesliga zukünftig lieber auf Premiere? Auch die Spekulationen um Rekord-Nationalspieler Lothar Matthäus wies der Präsident zurück. "Lothar hat keinen Trainerschein, er ist kein Thema für uns", sagte Wildmoser am Sonntag im Deutschen Sport-Fernsehen (DSF). Er unterstrich vielmehr die Verdienste Lorants: "Er hat aus den geringen Möglichkeiten viel herausgeholt, das ist unbestritten."

Obwohl Matthäus in der Gerüchteküche immer häufiger als vermeintlicher Nachfolger Lorants gehandelt wird, setzt Wildmoser weiter auf Kontinuität. "Die Erfahrungen haben vor allem eines gezeigt: Wenn wir Ruhe bewahren, ziehen wir uns da raus", sagte er und verwies auf die vielen gemeisterten Krisen in seiner langjährigen Amtszeit. Nur wenn die Talfahrt bis zum zehnten Spieltag anhalten sollte, will er sich ernsthafte Gedanken machen: "Erst dann besitzt die Tabelle Aussagekraft. Aber bis dahin werden wir viel besser dastehen."

Nicht nur Wildmoser glaubt an bessere Tage. Den bedenklichen Schlappen gegen Newcastle (2:3, 1:3), Kaiserslautern (0:4) und Köln zum Trotz sieht auch Thomas Häßler keinen Grund zur Panikmache: "Die Diskussion macht mir nichts aus, weil ich nicht so schwarz sehe wie andere", sagte der Spielmacher nach der Niederlage im Müngersdorfer Stadion.

Gleichwohl reagieren die Beteiligten immer dünnhäutiger. Allen voran Lorant, den die anhaltende Kritik an seinen Trainingsmethoden auf die Palme bringt. Auf den Vorwurf, seinen Profis in den vergangenen Tagen zu wenig Ruhephasen eingeräumt zu haben, reagierte er unwirsch: "Englische Wochen dürfen für Profis kein Problem sein. Das sind Ausreden, die ich nicht gelten lasse. Wenn da nicht genug Zeit zur Regeneration ist, verstehe ich die Welt nicht mehr. Die Saison hat doch gerade erst begonnen."

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