2:0 gegen Frankreich : Xabi Alonso schießt Spanien ins Halbfinale

Es war kein Spektakel, dennoch geriet der 2:0-Sieg der Spanier gegen Frankreich im Viertelfinale kaum in Gefahr. Xabi Alonso wird in seinem 100. Länderspiel zum Matchwinner. Im Halbfinale wartet nun Portugal auf den Titelverteidiger.

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Spanien jubelt. Die Mannschaft von Trainer Vicente del Bosque steht nach einem unspektakulären 2:0-Sieg gegen Frankreich im Halbfinale der EM.Weitere Bilder anzeigen
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23.06.2012 21:15Spanien jubelt. Die Mannschaft von Trainer Vicente del Bosque steht nach einem unspektakulären 2:0-Sieg gegen Frankreich im...

Was war nicht alles berichtet worden über die spanische Spielkunst vor dem Viertelfinalduell mit den Franzosen. Die endlosen Passstafetten der Mannschaft von Trainer Vincente del Bosque entzückten und vergraulten bisher bei dieser Europameisterschaft gleichermaßen, sie begeisterten und sie schläferten ein. Und dann ließ der 61-Jährige im ersten Vorrundenspiel gegen Italien auch noch seine Sturmspitzen auf der Bank sitzen. Als wolle er nun gar nie wieder Tore schießen lassen. Nur noch Ballbesitz. Hundert Prozent. Und nur noch Tiki-Taka.

Auch gegen die planlosen Franzosen schickte del Bosque wieder keinen echten Stürmer aufs Feld, stattdessen bot er den gelernten Mittelfeldspieler Cesc Fabregas, wie schon im ersten Vorrundenspiel gegen Italien, als Fabregas den Ausgleichstreffer erzielte, zusätzlich auf. Und es tat dem spanischen Spiel erneut keinen Abbruch. Durch zwei Tore von Xabi Alsono gewann der Titelverteidiger am Ende hochverdient mit 2:0 (1:0) und trifft nun im Halbfinale auf Portugal.

"Das war sehr schwierig heute. Spiele wie dieses bei solch einem Turnier sind immer eng. Wir wollten viel Ballbesitz und das Spiel dominieren", sagte del Bosque. Sein Trainerkollege Laurent Blanc meinte: "Die Spanier waren zu packen, wir sind viel gelaufen, hatten auch einige Chancen, aber leider haben die Spanier ihre erste Chance genutzt."

Spanien schlägt Frankreich im Viertelfinale der EM:

Es vergingen bald fünfzehn Minuten Spielzeit, ehe die Motoren der spanischen Passmaschinen genauestens justiert und heiß gelaufen waren. Und von da an passten die Iniestas und Xavis zu ihren Nebenmännern, und ihre französischen Gegenspieler konnten nicht viel dagegen tun. Immerhin hatte der französische Trainer Laurent Blanc seine Defensivreihe verstärkt und mit Anthony Reveillere auf der rechten Seite einen zusätzlichen Verteidiger aufgestellt. Automatisch verschoben sich die Angriffsbemühungen der Spanier auf die andere, ihre rechte und vermeintlich schwächere Seite.

Doch Blancs Planspiel hielt in der Anfangsphase nur den ganz zarten Angriffsversuchen der Spanier stand. Als Iniesta das erste Mal ausreichend Platz bekam, das Tempo einmal kurz anzog und aufschauen konnte, da drückte der Regisseur des FC Barcelona den Ball sofort in den Lauf des aufgerückten Jordi Alba, der den Ball in hohem Bogen von der Grundlinie aus auf den langen Pfosten hob – und der aufgerückte Xabi Alonso konnte in der 19. Minute gar nicht anders, als in seinem 100. Länderspiel mit einem Kopfballaufsetzer das 1:0 zu erzielen. Fußball kann so einfach sein. So Tiki-Taka.

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