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2:0 im DFB-Pokal-Achtelfinale gegen Nürnberg : Hertha BSC fehlen noch zwei Siege bis Berlin

Trainer Pal Dardai will mit Hertha BSC ins Pokalfinale in Berlin. Nach dem 2:0 in Nürnberg fehlen den Berlinern nur noch zwei Erfolge.

Einer geht noch drauf. Sebastian Langkamp (oben) feiert in Nürnberg.
Einer geht noch drauf. Sebastian Langkamp (oben) feiert in Nürnberg.Foto: dpa

So ganz unvorbereitet hat es die Berliner Fußballprofis von Hertha BSC dann doch nicht getroffen. Als der Schiedsrichter das am Ende ziemlich einseitige Pokalspiel beim 1. FC Nürnberg abpfiff, waren sie auf der Reservebank der Berliner schnell zur Hand, die blauen T-Shirts mit der weißen Schrift auf der Vorderseite: „Schon Weihnachten und wir noch im Pokal!“, stand da geschrieben. Tatsächlich war das aus Sicht der Berliner sehr selten der Fall, zuletzt in der Saison 2011/12. Doch mit dem 2:0 (1:0)-Sieg vor 35 204 Zuschauern im Nürnberger Stadion überwintern die Berliner im Cup-Wettbewerb und stehen im Viertelfinale, das im Februar stattfindet.

Ganz anders als so oft in Pokalspielen, wirkte Hertha sehr stabil, reif und abgeklärt. Gleich von Beginn an übernahmen die Berliner das Kommando, nach ungefähr zehn ereignisfreien Minuten hatten sie sich klare Feldvorteile erspielt. Nach einer Viertelstunde kam Hertha zu einer ersten richtig guten Torchance. Der emsige Balleroberer Per Skjelbred hatte aus der Mitte des Feldes eine wunderschöne Steilpassflanke direkt vor das Nürnberger Tor und in die Füße Salomon Kalous geschlagen. Herthas ivorischer Angreifer, der gestern mehr über die Flügel kam, hätte beinahe das 1:0 erzielt, doch der Nürnberger Torwart Schäfer konnte den Ball im Nachfassen klären. Danach aber übten die Berliner spielerische Dominanz aus. Höhepunkt war ein wunderschönes Direktspiel nach gut einer halben Stunde, das zur Führung führte.

Der Japaner Genki Haraguchi, der für Yanni Regäsel in die Mannschaft gerückt war, passte zu Vedad Ibisevic, doch der Stürmer kickte den Ball mit der Hacke weiter zum besser stehenden Vladimir Darida, der dann aus spitzem Winkel mit einem flachen Linksschuss das 1:0 erzielte. Es war sein zweites Tor im dritten Pokalspiel der laufenden Spielzeit. Dass im direkten Anschluss daran einige Böller und Bengalos im Block der mitgereisten Berliner Fans gezündet worden, war ärgerlich und führte zu einer zweiminütigen Spielunterbrechung.

Von Seiten des Zweitligisten kam im gesamten ersten Abschnitt so gut wie gar nichts auf das Tor der Berliner. Einzig nach einer Freistoßflanke, die Herthas Torwart Rune Jarstein mit einer Faust etwas zu kurz ablenkte, gab es eine kleine Unsicherheit in der Berliner Defensive. Sonst stand sie wachsam und stabil.

Der 1. FC Nürnberg bringt offensiv nicht viel zusammen

Den Nürnbergern – 2007 zuletzt Pokalsieger – fehlte es gestern an spielerischen Ideen und an technischen Mitteln, um den Tabellendritten der Bundesliga in Verlegenheit bringen zu können. Gegen den Ball arbeitete der Zweitligist durchaus ordentlich, doch im Ballbesitz lief bei ihm wenig Konstruktives zusammen.

Die Berliner, die ihre Spielanlage unaufgeregt durchzogen, hatten es nicht eilig. Nach einer gespielten Stunde und einem Eckball, dem ersten des Spiels, war der Ball irgendwie bei Mitchell Weiser gelandet, der aus vollem Lauf abzog. Doch weil sein Gewaltschuss zu mittig war, brachte Torwart Schäfer auf der Torlinie noch einen Fuß dazwischen. Die anschließende Ecke aber, von Darida getreten, nutzte dann John Anthony Brooks zum 2:0. Der amerikanische Innenverteidiger sprang am höchsten und köpfte den Ball ins lange Ecke. Nachdem er erst kürzlich gegen Leverkusen sein erstes Saisontor in der Liga geschossen hatte, folgte gestern die Premiere im Pokal.

Das Spiel war entschieden. Die restlichen Minuten spielten die Berliner souverän zu Ende. Pal Dardai wechselte noch Valentin Stocker (für Haraguchi) und Jens Hegeler (Skjelbred) für die Berliner ein, die sich dann zwei fast identische Freistöße gegen sich einhandelten. Und beide Freistöße waren ziemlich gefährlich für das Hertha-Tor. Den Anschlusstreffer verhinderte Jarstein mit einer überragenden Parade gegen den Kopfball von Dave Bulthuis aus Nahdistanz. Dann ging es zum Feiern in die Kurve der Berliner Fans – mit den neuen T-Shirts. (Tsp)

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