2:1 auf Schalke : Stuttgart siegt auch ohne Mario Gomez

Der beste Torschütze fehlte. Doch Stuttgart traf auch ohne Mario Gomez. Durch ein 2:1 beim FC Schalke 04 bleibt der VfB am Führungstrio der Bundesliga dran.

Richard Leipold[Gelsenkirchen]
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Kein Risiko. Gomez blieb draußen.Foto: dpa

Markus Babbel hatte den FC Schalke 04 in guter Erinnerung. Beim Heimsieg in der Hinrunde hatte der Teamchef des VfB Stuttgart seinen Einstand auf der Trainerbank gegeben. Danach hat er aus einer vermeintlichen Mittelklassemannschaft einen ernsthaften Titelkandidaten gemacht. Dank der Tore von Cacau und Ciprian Marica, bei einem Gegentreffer von Ivan Rakitic, gewannen die Schwaben das Rückspiel in Schalke 2:1 (1:1). Ohne dass sie meisterlich gespielt hätten, bleiben die Stuttgarter zwei Runden vor dem Saisonende am Führungstrio aus Wolfsburg, München und Berlin dran. Schalke indes hat nun auch rechnerisch keine Chance mehr, einen internationalen Startplatz zu erreichen. Das zwischendurch gefeierte Trainerteam um Mike Büskens ist spätestens nach dieser dritten Niederlage in Serie entzaubert.

Die schlechteste Nachricht des Tages hatte die Anhänger des VfB Stuttgart beim Blick auf die Mannschaftsaufstellung erreicht. Ihre Elf musste ohne Mario Gomez auskommen, der beim Sieg über Wolfsburg vier Tore geschossen hatte. Wegen einer Adduktorenverletzung konnte der Nationalstürmer in Gelsenkirchen nicht einmal eingewechselt werden. „Wir brauchen Spieler, die alles in die Waagschale werfen können“, sagte Babbel. Gomez habe die Entscheidung mitgetragen, mit Blick auf die letzten beiden Spiele habe der Verein kein Risiko eingehen wollen. „Wenn es der letzte Spieltag gewesen wäre, hätten wir ihn vielleicht fit spritzen lassen.“ Anstelle von Gomez rückte Marica in den Angriff – und sollte zum entscheidenden Mann werden.

Der Kapitän verliert den Ball

Babbel wollte den personellen Rückschlag nicht überbewertet wissen. Zumal Cacau in der mäßigen ersten Hälfte einen Fehler von Mladen Krstajic nutzen konnte. Als der Kapitän des FC Schalke am eigenen Strafraum den Ball verlor, wuchtete Cacau den Ball zum Führungstreffer in den rechten Winkel.

Die Heimelf wirkte zeitweise fahrig. Nach gut einer halben Stunde fingen frustrierte Schalke-Fans an zu pfeifen. Stuttgart versäumte es jedoch, die Schwächen des Gegners frühzeitig auszunutzen. So blieb Schalke im Spiel und hatte vor der Pause sogar die besseren Möglichkeiten. Farfans Kopfstoß aus vier Metern und Westermanns Distanzschuss führten noch nicht zum Ziel. Aber Ivan Rakitic holte noch vor der Pause nach, was andere versäumt hatten. Der Mittelfeldstratege zirkelte einen Freistoß über die Mauer hinweg ins Tor.

Schalke legt zu, doch Torwart Neuer patzt

Nach der Pause legten nicht etwa die Stuttgarter zu, sondern die Schalker. Sie trauten sich mehr zu. Kuranyi hätte den VfB schon entscheidend treffen können, ließ eine gute Kopfballchance aber ungenutzt. Wo war die Souveränität des Favoriten geblieben? Die Schwaben schien es fast zu belasten, dass sie im Kampf um die Meisterschaft oder wenigstens einen Champions-League-Platz noch mitspielen. „Wir können nun befreit aufspielen, denn wir haben nichts zu verlieren“, sagte Babbel.

Diese Ausgangsposition hat der VfB auch Schalke zu verdanken: Torwart Manuel Neuer bekam einen Schuss von VfB-Kapitän Thomas Hitzlsperger nicht unter Kontrolle, und Marica nutzte den Abpraller, um den VfB wieder in Führung zu bringen. Danach gerieten die Stuttgarter unter Druck, überstanden den Ansturm der glücklosen Schalker aber unbeschadet. Kuranyis Pfostentreffer war nur einer von vielen Schreckschüssen.

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