2:1 gegen Gladbach : Bayern München siegt auf Kommando

Die Bayern gewinnen nach einer mäßigen Leistung 2:1 gegen Borussia Mönchengladbach. „Jetzt bleiben wir auf jeden Fall dran“, sagte Torschütze Holger Badstuber.

München - Louis van Gaal ist ein großer Freund der Perfektion, er liebt es, wenn die Ordnung stimmt und einstudierte Spielzüge funktionieren. Gestern Abend, beim Spiel der Bayern gegen Borussia Mönchengladbach, dürfte er nach knapp 20 Minuten seine helle Freude an seiner Mannschaft gehabt haben. Die Spieler des FC Bayern München legten eine beeindruckende Choreografie auf den Rasen – beim Torjubel. Mario Gomez hatte die Münchner gerade 1:0 in Führung geschossen, es war sein sechster Saisontreffer, und den feierte Gomez mit einer Art militärischem Gruß. Seine Kollegen taten es ihm gleich, alle rissen auf Kommando die Arme in die Höhe, so dass ein Bild von inniger Harmonie entstand. Die Bayern finden langsam zu sich. Das 2:1 (1:1) gegen Mönchengladbach war bereits der dritte Sieg hintereinander. „Jetzt bleiben wir auf jeden Fall dran“, sagte  Holger Badstuber, der den Siegtreffer für die Bayern erzielt hatte. Wirklich überzeugend aber war der Auftritt der Münchner nicht.

Das 1:0 fiel in einer Phase, in der die Gladbacher sich vom Anfangsdruck der Bayern zu befreien begannen, und sogar die erste Chance gehabt hatten. Nach einer Viertelstunde machte Torhüter Jörg Butt Bekanntschaft mit den Flugeigenschaften des neuen WM-Balles namens Jabulani. Mit den Fäusten entschärfte er einen Freistoß von Juan Arango. Es war nicht das letzte Mal an diesem Abend, dass es zum Duell zwischen Arango und Jabulani auf der einen Seite und Butt auf der anderen kam. Noch zwei weitere Male parierte Bayerns Torhüter vor der Pause gefährliche Fernschüsse des Venezolaners.

Die Gäste hatten in der ersten Halbzeit die besseren Möglichkeiten, das 1:0 allerdings erzielten die Bayern. Gomez profitierte dabei von der Unentschlossenheit der Gladbacher Defensive. Niemand attackierte den Nationalstürmer, Gomez nutzte die große Freiheit und traf mit einem Flachschuss von der Strafraumgrenze genau ins Eck.

Doch die Gladbacher, die fünf Spiele nicht verloren hatten, ließen sich durch den Rückstand nicht allzu sehr beeindrucken. Sie spielten weiter nach vorne und profitierten von der Gelassenheit ihres Gegners bei der Abwehrarbeit. Nach einer halben Stunde durften die Borussen sich kurz vor dem Strafraum der Bayern nahezu unbehelligt den Ball zuspielen, ehe Michael Bradley mit einem No-Look- Pass in die Spitze Roel Brouwers in Schussposition brachte. Der Innenverteidiger überwand Butt und traf zum 1:1. Für den Abwehrspieler war es bereits das vierte Saisontor, das erste allerdings, das er mit dem Fuß erzielte. „Unser Spiel muss besser werden“, sagte Philipp Lahm.

Zu Beginn der zweiten Hälfte übten sich die Bayern in nutzloser Dominanz. Sie passten im Mittelfeld hin und her und her und hin, kamen zeitweise auf 70 Prozent Ballbesitz, ohne dem eigentlichen Ziel, dem Tor, entscheidend näher zu kommen. Nach einer Stunde brachte van Gaal den Spieler, der eine solche Blockade lösen kann. Arjen Robben war erst ein paar Sekunden auf dem Feld, als er seine Qualität erstmals andeutete. Der Holländer beschleunigte einmal, ließ vier Gladbacher im Tempodribbling zurück, kam mit seiner Hereingabe dann allerdings nicht an Torhüter Logan Bailly vorbei.

„Wir hätten heute nicht verlieren müssen“, sagte Borussias Mittelfeldspieler Thorben Marx. Doch die Gladbacher ließen sich immer mehr in die Defensive drängen, Entlastung brachten sie kaum noch zustande. Trotzdem brauchten die Bayern eine Ecke von Badstuber, um gefährlich zu werden. Verteidiger Daniel van Buyten traf mit seinem Kopfball nur das Außennetz. Kurze Zeit später musste der Belgier verletzt vom Feld, nachdem ihm Borussias Stürmer Rob Friend bei einem Luftduell den Ellbogen ins Gesicht gerammt hatte.

Der Siegtreffer resultierte aus einem Standard. Eine Viertelstunde vor Schluss hob Badstuber den Ball mit einem Freistoß vom Strafraumeck über Bailly hinweg ins Tor. Es war der erste Bundesligatreffer für den 20-Jährigen. Trainer van Gaal reagierte nach dem 2:1 sofort. Er schickte Stürmer Miroslav Klose, den er zur Schlussoffensive einwechseln wollte, zurück auf die Bank und brachte an seiner Stelle Anatoli Timoschtschuk. Einen defensiven Mittelfeldspieler. Tsp

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