2:1 gegen Kaiserslautern : Spätes Hamburger Glück - auch dank Kacar

Im eigenen Stadion liegt der HSV lange 0:1 zurück und gewinnt noch gegen Aufsteiger Lautern. Gojko Kacar erzielt den Ausgleich. "Ich habe eine schlimme Zeit hinter mir", sagt der Ex-Herthaner.

Frank Heike
Ein Ex-Berliner im Glück: Gojko Kacar, einst Hertha BSC, glich für den Hamburger SV gegen Kaiserslautern aus.
Ein Ex-Berliner im Glück: Gojko Kacar, einst Hertha BSC, glich für den Hamburger SV gegen Kaiserslautern aus.Foto: dapd

Wenn es nach Gojko Kacar geht, kann die Saison jetzt richtig anfangen. „Ich habe eine schlimme Zeit hinter mir“, sagte der Mittelfeldspieler des Hamburger SV, „heute musste ich rein, ohne mich warm zu machen und bin froh, dass es so gut gelaufen ist. Ich bin jetzt bereit.“ Beim schmeichelhaften 2:1 des HSV gegen den 1. FC Kaiserslautern am Samstag traf der ehemalige Hertha-Profi zum Ausgleich (69. Minute) und brachte seinen neuen Arbeitgeber damit zurück ins Spiel.

Millionen-Einkauf Kacar spielte in den Planungen von Trainer Armin Veh ja bislang gar keine Rolle – als nicht austrainiert hatte Veh ihn noch vor ein paar Wochen bezeichnet, aus dem Kader gestrichen und auf die Tribüne gesetzt. Am Samstag begann Kacar wenigstens auf der Bank, doch als sich Jarolim verletzte, musste er in der 38. Minute ran. „Am Anfang lief nicht alles so toll“, sagte Kacar später, „aber dann habe ich ins Spiel gefunden.“

Eine Aussage, die perfekt zur gesamten Partie passte: Denn am Ende war es ein Arbeitssieg des HSV gegen lange Zeit bessere Lauterer, die es versäumten, mehr als den einen Treffer von Srdjan Lakic in der dritten Minute zu erzielen. Dass es für den HSV dann nicht die dritte Niederlage in Folge wurde, lag an Kacar und letztlich an Maxim Choupo-Moting – der Hamburger Jung traf in der 84. Minute nach schöner Vorarbeit Jonathan Pitroipas.

Mit dem Spiel des HSV war Sportchef Bastian Reinhardt nicht einverstanden, mit Ertrag und Einsatz sehr wohl: „Nach solchen frühen Rückständen sind wir auch schon als Verlierer vom Platz gegangen. Wir haben uns rausgekämpft und wieder aufgerappelt. Das hat mir gefallen.“ Von Kacar hatte Reinhardt das gesehen, was er sehen wollte: „Wir haben ihn doch auch wegen seiner Torgefahr geholt.“

Nach einem glücklichen Ende hatte es für den HSV lange nicht ausgesehen. Die Zuschauer verloren schnell die Geduld. Nach zwanzig Minuten riefen sie: „Aufwachen, aufwachen!“, nach 35 Minuten: „Wir wollen euch kämpfen sehen“ – es überraschte nicht, dass das Publikum die Spieler des HSV mit lauten Pfiffen in die Kabine entließ. Nach der schwächsten ersten Halbzeit in Vehs Amtszeit hätte sich der HSV nicht wundern dürfen, höher als nur 0:1 zurückzuliegen. Der FCK zeigte gepflegten Konterfußball und war auch beim Kombinieren aus dem Spiel heraus viel gefährlicher, verpasste aber weitere Treffer durch Ilicevic und Amedick.

Nach der Pause war der HSV mutiger und drängte Lautern in die eigene Hälfte; vor allem die nominell so starke linke Seite mit Zé Roberto und Eljero Elia wurde besser, so dass Kacar per Kopf zum 1:1 traf. Nach feiner Vorarbeit Pitroipas traf dann Choupo-Moting und versöhnte die HSV-Fans – auch, weil der HSV nun wieder am FC St. Pauli vorbeizog.

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