2:1 gegen Leverkusen : Wolfsburg bleibt obenauf

Dank zweier Tore des Brasilianers Grafite führt der VfL Wolfsburg weiterhin die Tabelle der Fußball-Bundesliga vor dem FC Bayern München an.

Christian Otto[Wolfsburg]
VfL Wolfsburg - Bayer Leverkusen
Hoch geflogen Grafite (unten) bejubelt sein Elfmeter-Tor zum 1:0 mit Edin Dzeko.Foto:dpa

Vielleicht sind sie es ja, die die richtige Medizin gefunden haben. Gegen diesen Bazillus, der in dieser Saison schon all jene Fußballteams befallen hat, die es bis an die Tabellenspitze der Bundesliga geschafft haben. Der VfL Wolfsburg jedenfalls spielte auch im Heimspiel gegen Bayer Leverkusen beschwerdefrei auf und gewann durch ein spätes Tor von Grafite mit 2:1 (1:0). Allerdings bedurfte es neben der eigenen Abwehrkräfte noch ein wenig Glück, als Leverkusen in letzter Minute ein Handelfmeter verweigert wurde.

Als sich die TSG Hoffenheim, der Hamburger SV oder Hertha BSC ganz oben in der Tabelle etablieren wollten, ging bei ihnen irgendetwas schief. Die Wolfsburger aber bleiben von Verletzungen, Nervositäten oder Hochnäsigkeiten auf wundersame Weise verschont. Sie siegen und siegen und siegen. Mit dem Glanzstück gegen Leverkusen, dem zehnten Erfolg in Serie, stellte der VfL sogar einen Bundesligarekord auf.

Leverksuen erwischte den besseren Start

Im Duell der Vereine, die sich ungern Werksklubs nennen lassen, bekamen die Wolfsburger, deren Karriere im bezahlten Fußball der Volkswagen-Konzern möglich macht, eine interessante Starthilfe. Nach einem verhaltenen Auftakt, bei dem die Leverkusener sogar gefälliger kombiniert hatten, sorgte Schiedsrichter Jochen Drees für einen nicht ganz unwichtigen Wachmacher. Nach einem Zweikampf zwischen Grafite und Manuel Friedrich, der von dem Brasilianer mit ein wenig Gezerre und viel Geschick im Strafraum überholt worden war, zeigte der Unparteiische auf den Elfmeterpunkt. Der gefoulte Grafite trat selbst zur Ausführung an. Der Ball flog nach rechts, Torhüter Rene Adler nach links – die 29 500 Fans durften deshalb den 21. Saisontreffer von Grafite bejubeln.

Aus dem Duell Torjäger gegen Torhüter entwickelte sich eine Privatfehde, die es in sich hatte. Denn nach ihrem Führungstreffer schalteten die Wolfsburger einen Gang höher. Die Herren Misimovic, Dzeko und eben Graftite stellten Adler im Minutentakt auf die Probe. Besonders knifflig wurde die Sache kurz vor der Halbzeit, als Grafite nach einem Pass von Zvejzdan Misimovic dem 2:0 entgegenlief. Er wurde auf rüde Art und Weise vom herauslaufenden Adler gestoppt, der bei dieser Aktion außerhalb des Strafraums auch noch mit der Hand zum Ball ging. Aber nachdem Grafite schmerzhaft zu Boden gegangen war, entschied Referee Drees auf Freistoß für Leverkusen – und war fortan unbeliebt.

Grafite traf mit Glück - und Geschick

Vielleicht hielten sich die Wolfsburger nach der Halbzeit zu lange mit ihrem Ärger auf. Sie ließen die Leverkusener kombinieren, was angesichts der vielen glänzenden Individualisten im Bayer-Team selten eine gute Idee ist. Nach mehreren schönen Kombinationen kam erst Simon Rolfes zu einem Lattentreffer. Kurz darauf machte es Toni Kroos besser. Das vom FC Bayern ausgeliehene Talent zirkelte den Ball aus 14 Metern vorbei am chancenlosen VfL-Torhüter Diego Benaglio. Es war ein Ausgleichstreffer, der schön war und auch noch verdient.

Aber Wolfsburg wäre in dieser Saison nicht auf der Überholspur, wenn Grafite nicht immer noch eine Antwort einfallen würde. Nach einem Konter, wieder einmal vom starken Spielmacher Misimovic eingeleitet, überlistete er Schlussmann Adler ein zweites Mal. Mit viel Glück, aber auch Geschick rettete Wolfsburg den so wichtigen Sieg über die Zeit.

„Grün-Weiß VfL, unsere Farben leuchten hell“ hieß es nach dem Abpfiff wieder in Wolfsburg. Es wird wohl allmählich Zeit, dass sich die Bundesliga mit dieser zweitklassigen Hymne und einer erstklassigen Wolfsburger Mannschaft auf dem Weg zum Meistertitel anfreundet.

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