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2:1 gegen Russland : Deutschlands Eishockey-Frauen im WM-Halbfinale

Die Frauen-Nationalmannschaft schießt sich in die Geschichte: Bei der WM in den USA siegt das Team im Viertelfinale 2:1 gegen Russland.

Gibt es nicht. Doch, Andrea Lanzl freut sich.
Gibt es nicht. Doch, Andrea Lanzl freut sich.Foto: dpa

Größter bisheriger Erfolg für die deutsche Frauen-Nationalmannschaft: In seinem 500. Länderspiel der bezwang das Team von Benjamin Hinterstocker bei der Eishockey-Weltmeisterschaft in Plymouth (USA) Russland mit 2:2:1 (0:1, 1:0, 1:0) und zog damit erstmalig ins WM-Halbfinale ein. Dort trifft die deutsche Auswahl am Donnerstag auf Gastgeber USA. „Ich freue mich wahnsinnig für die Mannschaft. Das Spiel am Donnerstag gegen die USA wird Schwerstarbeit, aber wir werden wie in jedem bisherigen Spiel alles geben“, sagte die deutsche Siegtorschützin Delarbre nach dem Erfolg zum Jubiläum.

Bei der WM in Plymouth, USA traf die Mannschaft des Deutschen Eishockey-Bundes im zweiten Viertelfinale am Dienstagabend auf Russland. Zuvor hatte am Nachmittag Finnland den Nachbarn Schweden mit 4:0 bezwungen und war damit ins Halbfinale eingezogen. Deutschlands Gegner Russland hatte in der Vorrunde der stärkeren Gruppe A mit drei Punkten und 2:16 Toren den vierten Platz belegt. Deutschland stand schon seit dem zweiten Vorrundenspiel als Erster der Gruppe B fest. Für die deutsche Fraueneishockey-Nationalmannschaft war es das 500. Länderspiel seit dem ersten Auftritt am 3. Dezember 1988. Dabei war die Saison für die Deutschen zuvor eher unglücklich verlaufen: In Sotschi 2014 waren sie noch bei Olympia dabei, für Südkorea 2018 haben sie sich nun nicht qualifiziert.

Bundestrainer Benjamin Hinterstocker konnte, nachdem auch Verteidigerin Tanja Eisenschmid nach einer auskurierten Erkältung von der medizinischen Abteilung grünes Licht bekommen hatte, erstmals bei dieser Weltmeisterschaft auf den kompletten Kader zurückgreifen. Der Auftakt verlief gar nicht nach den Vorstellungen der DEB-Auswahl. Noch nicht einmal drei Minuten waren gespielt, da nutzen die Russinnen eine 2:1-Situation aus und überwanden Jennifer Harß im deutschen Tor. Trotz einem leichten optischen Übergewicht Russlands erspielten sich die deutschen Frauen auch selber Chancen. 6:9 lautete die Torschussstatistik nach den ersten zwanzig Minuten und mit dem knappen 0:1 für die Osteuropäerinnen ging es in die erste Pause.

Bange Minuten in der Schlussphase

Im zweiten Drittel verpasste zunächst Tanja Eisenschmid, die sich aus der eigenen Zone bis vor das Tor der Russinnen arbeitete, nur wenige Zentimeter vor der Linie knapp. Wenig später war es dann soweit: In doppelter Überzahl legte Mannschaftskapitänin Julia Zorn ihrer Außenstürmerin Kerstin Spielberger auf, die der russischen Torfrau Alexandrova Nadezhda keine Chance lies und zum verdienten 1:1-Ausgleich traf (35.). Weiter in Überzahl spielend verpassten Andrea Lanzl und Laura Kluge nur äußerst knapp den deutschen Führungstreffer und es ging mit dem Unentschieden letztmals in die Kabinen.

Bange Minuten galt es zu überstehen, als eine deutsche Spielerin zu Beginn des letzten Drittels auf die Strafbank musste, aber Jenny Harß zeigte all ihr Können und bewahrte ihr Team vor einem Rückstand. Dann kam die 50. Spielminute: Rebecca Graeves harten Schuss von der von der blauen Linie lenkte Marie Delarbre unhaltbar ins russische Tor zur 2:1-Führung ab.

Die letzten Minuten waren dann an Spannung nicht zu überbieten, Russland drängte auf den Ausgleich, doch die deutschen Frauen verstanden es, den Puck aus der Gefahrenzone zu halten. Riesenglück hatte die DEB-Auswahl als 59 Sekunden vor der Schlusssirene der Pfosten zum besten Freund der deutschen Mannschaft wurde. Doch auch die Herausnahme der Torfrau brachte den Russinnen nichts mehr ein und der nachfolgende Jubel der deutschen Spielerinnen war groß.

Frauen-Bundestrainer Benjamin Hinterstocker sagte: „Unsere Mannschaft hat über sechzig Minuten sehr diszipliniert gespielt, was auch das Ergebnis gegen eine starke russische Mannschaft wiederspiegelt. Wir haben uns von Spiel zu Spiel weiterentwickelt und ich hoffe, dass wir diesen Erfolg fortsetzen können.“ (Tsp, dpa)

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