2:1 in Bochum : Der HSV holpert zum Sieg

Nach dem Einzug ins Europa-League-Halbfinale müht sich der Hamburger SV im nationalen Alltag zu einem 2:1 über den abstiegsgefährdeten VfL Bochum.

Richard Leipold[Bochum]
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Gymnastik mit Ball. Hamburgs Ruud van Nistelrooy (links) und Bochums Lewis Holtby machten es spannend bis zum Schluss. -Foto: dpa

Vor dem Europapokal-Rückspiel in Lüttich hatte Bruno Labbadia, der umstrittene Trainer des Hamburger SV, rund um seinen Klub eine Stimmung „wie beim Tabellen-18.“ ausgemacht. Ganz so schlimm mag es nach dem Einzug ins Halbfinale der Europa League nun nicht mehr sein. Aber so amüsant der Auftritt auf internationalen Bühnen für Hanseaten auch gewesen sein mag – in der Bundesliga tun die Hamburger sich schwer. Eine Woche nach dem torlosen Unentschieden gegen Hannover reichte es beim VfL Bochum dank eines Treffers von Robert Tesches und eines Eigentores von Andreas Johansson aber immerhin zu einem Arbeitssieg über einen Abstiegskandidaten. Nach dem 2:1 über die Bochumer, für die Zlatko Dedic traf, bleibt der HSV auf dem sechsten Tabellenplatz, der höchstwahrscheinlich einen Einzug in den Europapokal beschert. Die Westfalen blieben zum achten Mal nacheinander ohne Sieg und müssen mehr denn je in dieser Saison um den Verbleib in der Fußball-Bundesliga bangen.

Nachdem die Hamburger ihre holprige Anfangsphase unbeschadet überstanden hatten, schien das Spiel sich in ihrem Sinne zu entwickeln, zumindest dem Ergebnis nach. Robert Tesche verwertete einen Eckstoß mit dem Kopf und brachte die Norddeutschen in Führung. Die Bochumer zeigten nach forschem Beginn und einem Warnschuss durch Epalle rasch wieder altbekannte spielerische Schwächen. Der HSV wusste das aber nicht auszunutzen. Mladen Petric vergab aus kurzer Entfernung die Chance, den Vorsprung auszubauen.

Auf der anderen Seite gelang es dem Bochumer Mittelfeldspieler Dedic allmählich, sich auf den genügsam wirkenden Gegner einzuschießen. Im dritten Versuch gelang dem Slowenen mit einem Volleyschuss der Ausgleich. Zuvor hatte er zunächst knapp über das Ziel hinausgeschossen und dann den Pfosten getroffen. Die Hamburger passten sich dem niedrigen Niveau der westfälischen Abstiegskämpfer an und brachten den VfL wieder ins Spiel. Zu Beginn des zweiten Durchgangs hatte Labbadia Mittelfeldspieler Piotr Trochowski eingewechselt, der nicht gerade als Günstling seines Trainers gilt. Ein großer Kreativitätsschub resultierte nicht aus diesem Wechsel. Der HSV vermochte den Abstiegskandidaten nicht zu beherrschen. Dennoch gelang Ruud van Nistelrooy kurz vor Schluss noch der Siegtreffer – so schien es zumindest. Doch die TV-Bilder lösten auf: Bochums Johansson war zuletzt am Ball.

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