2:1 in Freiburg : Hannover kann noch gewinnen

Hannover 96 siegt nach langer Serie der Erfolglosigkeit und schafft ein wichtiges 2:1 beim SC Freiburg, einem direkten Konkurrenten im Kampf gegen den Abstieg.

Uwe Rogowski[Freiburg]

Martin Kind war die Erleichterung anzusehen. Er lachte – ein wenig jedenfalls. Entgegen den sonstigen Gepflogenheiten wollte Hannovers Klubboss nach dem 2:1(0:0)-Sieg beim SC Freiburg aber keine euphorischen Statements liefern. Dabei hatte sein Team doch endlich mal gewonnen. „Es war nur eines von zehn Spielen, die noch bleiben“, sagte Kind. „ Wichtig ist, dass darauf aufgebaut wird.“ Trainer Mirko Slomka gab sich da schon zuversichtlicher: „Ich sehe aufgehellte Gesichter. Ich glaube, wir haben den Wendepunkt erreicht. Das Spiel gibt uns einen Schub.“ Es war Hannovers erster Erfolg nach zuletzt 13 sieglosen Partien in Folge.

Dabei starteten die Freiburger besser ins Spiel. So konnten sich die Gastgeber durchaus grämen, nicht wenigstens einen Punkt gerettet zu haben. „Wir sind jetzt schon länger auf der Suche nach dem Glück“, sagte Freiburgs Trainer Robin Dutt nach dem elften sieglosen Spiel in Folge. Stürmer Cisse etwa vergab zweimal auf erstaunlich dilettantische Weise. Einmal traf er den Pfosten, einmal schoss er neben das leere Tor. Doch offenbarten die Gastgeber vor 19 100 Zuschauern mehr als eine Stunde lang große Schwächen im Spielaufbau; sie spielten konfus, ohne Struktur, und sie brauchten einen zweimaligen Rückstand, um sich aufzuraffen und Druck aufzubauen. „Die Nerven spielen anscheinend eine sehr große Rolle“, sagte Dutt. Er ärgerte sich besonders, weil Hannover – das durch Elsons feinen Distanzschuss und ein Eigentor von Cisse zu Treffern kam – es nicht viel besser machte als sein Team.

Beide Mannschaften führten überzeugend den Nachweis, dass sie nicht ohne Grund gegen die Rückstufung in die Zweite Liga kämpfen. Hannover strahlte auf dem von Schneemassen noch eilig befreiten Rasen etwas Dominanz aus, doch nur rund 20 Minuten. Fast alle Beteiligten schienen auf dem holperigen Platz eine schwierige Beziehung zum Ball aufbauen zu können. Das meist gesehene Stilmittel waren Befreiungsschläge. „Kämpferisch haben wir ein gutes Spiel gemacht, spielerisch war es nicht so doll. Doch das ist egal“, sagte Slomka.

Freiburg beendete durch den zwischenzeitlichen Ausgleich von Yacine Abdessadki seine Serie von sechs torlosen Spielen, rutschte aber erstmals seit dem fünften Spieltag auf den drittletzten Tabellenplatz. „Wir müssen den Kopf wieder hoch nehmen. Ich habe inzwischen Erfahrung damit. Seit drei Monaten mache ich montags nichts anderes mehr“, sagte Dutt.

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