2:1-Sieg : Effektive Bayern schlagen Schalke

Meister Bayern München siegt trotz einer geringen Zahl von Chancen im Spitzenspiel 2:1 bei Schalke 04 und schaut jetzt wieder ganz nach oben.

Richard Leipold
Fußball - Schalke 04 - Bayern München
Der Torjäger meldet sich zurück. Im ersten Spiel nach seiner Verletzung macht Luca Toni gleich wieder ein Tor.Foto: dpa

GelsenkirchenJürgen Klinsmann, der Trainer des FC Bayern, hatte das neue Selbstbewusstsein der Münchner deutlich zum Ausdruck gebracht. „Wir sind gut drauf und wollen ein Zeichen setzen“, sagte er vor dem Spitzenspiel beim FC Schalke 04. Seine Spieler ließen den Worten ihres Vorgesetzten Taten folgen und setzten ihren Vormarsch in der Fußball-Bundesliga fort. Beim 2:1 (2:1) lieferten sie zwar kein Glanzstück ab, feierten aber den fünften Sieg nacheinander.

Die Bayern liegen nur noch einen Punkte hinter Leverkusen  und Hoffenheim

Die Bayern zeichneten sich durch die Effektivität früherer Zeiten aus. Drei Chancen reichten ihnen, um ein Tor mehr zu schießen als der Gegner, der einen immensen Aufwand betrieben hatte, aber trotzdem die erste Heimniederlage der Saison hinnehmen musste. „Das war ein Schlüsselspiel, um nah an die Spitze heranzukommen, dieser Sieg bringt uns langsam dahin, wo wir in der Bundesliga hinwollen“, sagte Klinsmann. Der schwache Start ist fast vergessen: Bayern rückte mit dem Sieg auf den dritten Platz vor und liegt nur noch einen Punkt hinter den beiden führenden Mannschaften Bayer Leverkusen und Hoffenheim.

Beide Mannschaften hatten in der ausverkauften Gelsenkirchener Arena einen stürmischen Start hingelegt. Ohne schuldhaftes Zögern orientierten sie sich nach vorn und zeigten sich sofort treffsicher. Den Anfang machten die Bayern. Luca Toni, der nach einer Verletzung zum ersten Mal wieder spielte, meldete sich prompt als Vollstrecker zurück und nutzte einen Rückpass von Mark van Bommel zum Führungstreffer. Einen Schock ließen die Schalker sich durch den früheren Rückstand aber nicht versetzen. Im Gegenteil: Sie nahmen das 0:1 als Ansporn und suchten ihren Vorteil in der Offensive. Keine zwei Minuten vergingen, ehe die Verhältnisse wieder ausgeglichen waren. Rafinha legte den Ball in den Lauf von Jefferson Farfan; der Peruaner ließ sich die Chance nicht entgehen und erzielte den Ausgleich.

Klinsmanns Team glaubt auch an schwachen Tagen wieder an sich

Anders als die Bayern nach dem Führungstor entwickelten die Westfalen nach ihrem Erfolgserlebnis viel Schwung. Sie übernahmen für die nächsten fünfundzwanzig Minuten die Spielkontrolle und machten viel Tempo. Das Fehlen Orlando Engelaars, der Ordnungskraft im Mittelfeld, schien ihnen nichts auszumachen. Die Bayern, denen der am Schienbein verletzte Schweinsteiger fehlte, wirkten in dieser Phase überrumpelt und hielten dem Druck nur mit Mühe stand. Dennoch fielen die Bayern nicht vom Glauben an sich selbst ab. So bedenklich sie nach dem Ausgleich gewackelt haben: Der Aufschwung der vergangenen Wochen hat ihnen offenbar viel der altbekannten Münchner Stärke zurückgegeben, sich auch an schwächeren Tagen aus heikler Lage zu befreien. Ein einziger gezielter Gegenstoß genügte, um ihr zweites Tor zu erzielen, das zu diesem Zeitpunkt von der Leistung nicht gedeckt war. Was das bajuwarische Kollektiv bis dahin versäumt hatte, machte Franck Ribery mit seiner individuellen Klasse wett. Nach einem feinen Doppelpass mit Ze Roberto, der als linker Verteidiger aufgeboten war, schoss der Franzose das 2:1.

Dieser zweite Gegentreffer stellte die Schalker vor größere Schwierigkeiten als der erste. Nach der Pause war ihr guter Wille zwar weiterhin erkennbar; er brach sich aber nicht mehr so lustvoll Bahn wie in der ersten halben Stunde dieser zeitweise hektischen und hitzigen Partie. Die Bayern wiederum gaben sich minimalistisch. Sie erfüllten ihre Pflicht, hatten aber nicht Ehrgeiz, noch eine Kür auf den Rasen zu legen. Vor allem weil der Heimelf in der zweiten Hälfte Präzision und Spielwitz abhanden kamen, blieb die innere und äußere Sicherheit der Bayern bis zum Schluss gewahrt.

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