2:1-Sieg gegen Ingolstadt : Hertha BSC entfernt sich von Verfolgern

Die Berliner besiegen den FC Ingolstadt 2:1 und vergrößern dadurch den Abstand auf Platz vier. Schwungvoll wurde Herthas Spiel gegen den Aufsteiger aber erst nach der Pause.

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Herthas Torjäger Vedad Ibisevic beim Fallrückzieher.
Herthas Torjäger Vedad Ibisevic beim Fallrückzieher.Foto: Imago

Nach nicht einmal fünf Spielminuten stellte Vedad Ibisevic einen kleinen, persönlichen Rekord auf. Herthas bosnischer Stürmer erzielte ein wunderschönes Flugkopfball-Tor gegen den FC Ingolstadt. Es ist jene Mannschaft, gegen die Ibisevic als einzige von allen 18 aktuellen Bundesligisten bisher in seiner Stürmerkarriere noch nicht getroffen hatte. Dumm nun, dass der 31-Jährige dabei im Abseits stand.

Doch die Trauer darüber hielt sich am Ende dann doch in Grenzen. Hertha jubelte auch ohne Rekordtor. Genki Haraguchi schoss den Gastgeber zur Beginn der zweiten Hälfte erst in Front und legte dann noch das zwischenzeitliche 2:0 durch Salomon Kalou auf. Das Spiel vor 40 385 Zuschauern endete schließlich 2:1 (0:0). Es war der neunte Sieg für die Berliner im 14. Heimspiel in dieser Saison. Mit 48 Punkten gehen die Berliner nun auch als Dritter in die anstehende Länderspielpause, ehe es in die entscheidende Schlussphase dieser Spielzeit geht.

„Es war das erwartet schwere Spiel. Wir haben zwei Tore wunderschön herausgespielt“, sagte Herthas Coach Pal Dardai. „Wichtig ist, dass wir jetzt nicht abheben“, sagte Mittelfeldspieler Tolga Cigerci.

Der Tag hatte für die Berliner schon mit einer kleinen guten Tat begonnen. Die Mannschaft, die vor jedem Heimspiel im Berliner Zoo spazieren geht, hatte eine Patenschaft für den südostasiatischen Lippenbär Rajath geschlossen. Womöglich haben sie den Bewegungsablauf des tapsigen Tieres ein wenig zu lange studiert, denn die Herren Profis benötigten ein paar Stunden später im Olympiastadion einen langen, mühsamen Anlauf, ehe sie ins Rollen kamen.

Dardai wollte unbedingt mit einem Sieg und einen kleinen Vorsprung auf den Tabellenvierten in die Länderspielpause gehen. Dazu vertraute er jener Mannschaft, die an gleicher Stelle vor einer Woche den FC Schalke bezwungen hatte. Also mit Tolga Cigerci für Kapitän Fabian Lustenberger im zentralen Mittelfeld. Doch dieses Mal konnte Cigerci das Spiel der Berliner längst nicht so ankurbeln, wie zuletzt. Das lag einmal an der klugen taktischen Herangehensweise der Ingolstädter. Andererseits trat Hertha in der ersten Halbzeit vergleichsweise lethargisch auf.

Erst in der zweiten Hälfte wurde das Spiel der Berliner schwungvoller

Die Berliner hatten zwar deutlich mehr Ballbesitz, konnten sich dabei aber weder eine Feldüberlegenheit noch Torchancen erspielen. Ein Distanzschuss von Ersatzkapitän Per Skjelbred rauschte nach einer Viertelstunde über den Querbalken, kurz vor Ende des ersten Abschnitts hatte Salomon Kalou zwei Szenen. Einmal bedient er Vedad Ibisevic, dessen Fallrückzieher aber deutlich das Ziel verfehlte, kurz vor dem Halbzeitpfiff klatschte der Ball vom Rücken des Ivorers auf die Latte des Ingolstädter Tores.

Pal Dardai war einigermaßen bedient am Spielfeldrand. Ihm gefiel nicht, was er sah. Seine Spieler wirkten nicht ganz so konzentriert und geladen wie sonst. Sie hatten schon Probleme, den Ball halbwegs gefällig in die gegnerische Hälfte zu transportieren, oft fehlte es ihrem Passspiel an Genauigkeit und Timing. Und so hatte es die Mannschaft von Trainer Ralph Hasenhüttl gar nicht mal sonderlich schwer, die Berlin weg von ihrem Tor zu halten.

Erst in der zweiten Hälfte wurde das Spiel der Berliner schwungvoller, und so kam es zu ein paar mehr Torchancen auf beiden Seiten. Nach seiner Balleroberung bediente der emsige Skjelbred den mitgelaufenen Marvin Plattenhardt auf der linken Seite, dessen Flanke Genki Haraguchi zum Führungstor nutzen konnte. Für den Japaner war es erst das zweite Saisontor, aber es war eben ein besonders wichtig. Denn danach bekamen die Berliner das Spiel etwas besser unter Kontrolle.

Genki Haraguchi war es dann auch, der in der stärksten Phase der Berliner das zweite Tor des Nachmittags vorbereitete. Die Flanke des Japaners verwandelte Salomon Kalou zum vorentscheidenden Treffer, für den Ivorer war es 13. Tor dieser Bundesligasaison. Doch auch danach ergaben die Gäste sich nicht. Eine Viertelstunde vor dem Abpfiff erzielte der eingewechselte Lukas Hinterseer per Kopf den Anschlusstreffer.

Dann wurde es doch noch einmal ungemütlich für die Berliner, die die Spielkontrolle in der Endphase wieder verloren hatten. Die Ingolstädter warfen noch einmal alles nach vorn, doch Zählbares sollte für Sie nicht mehr herausspringen. Sehr zur Freude der Berliner, die einen letztlich zähen Arbeitssieg bejubelten.

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