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2:1-Sieg gegen Sevilla : Hannover stark, aber lange noch nicht durch

18.08.2011 22:19 Uhrvon
Jan Schlaudraff, Mann des Abends in Hannover, bejubelt den ersten seiner zwei Treffer.Bild vergrößern
Jan Schlaudraff, Mann des Abends in Hannover, bejubelt den ersten seiner zwei Treffer. - Foto: dpa

Hannover gewinnt auch in der Europa League mit dem Standardergebnis 2:1. Nach guter Leistung gegen den FC Sevilla scheint ein Weiterkommen gegen die favorisierten Spanier damit durchaus möglich.

Fußball am Abend und unter Flutlicht: Was in Hannover fast zwei Jahrzehnte lang absoluten Seltenheitswert besaß, soll offenbar zur Normalität werden. Das Überraschungsteam von Hannover 96 nutzte die Gunst der Stunde in der Europa League. Als ob es eine Selbstverständlichkeit wäre, sich donnerstags zu später Stunde mit internationalen Spitzenklubs zu duellieren, trumpfte die Mannschaft von Trainer Mirko Slomka frech auf. Zwei sehenswerte Treffer des früheren Nationalspielers Jan Schlaudraff machten einen 2:1 (2:1)-Heimsieg im ersten Play-off-Spiel gegen den FC Sevilla möglich. Den Niedersachsen fehlt damit nur ein kleiner Schritt, um in die Gruppenphase eines Wettbewerbs einzuziehen, in dem noch vor einem Jahr niemand mit ihnen gerechnet hätte.

Das Kühle und Norddeutsche, das Hannover 96 und seine Fans gerne nachgesagt wird, hatte diesmal spielfrei. 43 500 Zuschauer, darunter gerade einmal 50 mitgereiste aus Andalusien, bereiteten sich einen äußerst stimmungsvollen Abend. „Diese riesige Euphorie in dieser Stadt ist nicht selbstverständlich“, findet Emanuel Pogatetz, der als Innenverteidiger der Niedersachsen eine erstaunliche Karriere macht. Gemeinsam mit dem Tunesier Karim Haggui bildet der Österreicher im Zentrum eine sichere Abwehr, die auch dem FC Sevilla Grenzen aufzeigte. Was meistens gelang, nämlich die noch gar nicht in ihre Saison gestarteten Spanier schnörkellos zu stören, ging nur einmal schief. Das dann aber grundlegend und mit Folgen. 96-Kapitän Steven Cherundolo hatte sich nach einem abgefangenen Angriff nicht dazu durchringen können, den Ball weit weg aus der Gefahrenzone zu schießen. Stattdessen versuchte der Außenverteidiger ein riskantes Zuspiel am eigenen Strafraum, das als Fehlpass endete und das zwischenzeitliche 1:1 durch Frederic Kanouté (37.) für Sevilla ermöglichte.

Ihren Schönheitsfehler in der Abwehr konnten die Gastgeber verschmerzen. Denn Slomkas Erfolgsmannschaft, die in dieser Saison bisher alle Pflichtpartien gewonnen hat und auch am Sonntag (17.30 Uhr) im Bundesliga-Heimspiel gegen Hertha BSC Favorit ist, zeigte sehenswerte Aktionen in Serie. Der erste Ausflug von Hannover 96 in den europäischen Fußball seit 19 Jahren hatte offenbar vor allem Schlaudraff ganz besonders beflügelt. Hier ein Hackentrick, dort ein Doppelpass: Gegen den flinken Angreifer, der nach einer langen Anlaufzeit bei seinem Klub endlich die hohen Erwartungen erfüllt, fanden die Spanier kein Mittel. Bei seinem frühen 1:0 in der 9. Minute hatte Hannover von einem Ausrutscher in Sevillas Hintermannschaft profitiert. Einen Pass von Mohammed Abdellaoue verwertete Schlaudraff mit dem rechten Außenrist ins linke Toreck. Und bei seinem 2:1 Sekunden vor der Halbzeitpause hatte ihn Manuel Schmiedebach mustergültig per Doppelpass bedient.

Was Schlaudraff an diesem Abend zeigte, verdiente gesonderten Applaus und war eines europäischen Auftritts mehr als würdig. Aber der Jubel, der in Hannover für ihn immer häufiger angestimmt wird, ist stets auch von gemischten Gefühlen begleitet. Es liegt nämlich noch kein ganzes Jahr zurück, dass ihn sein Trainer öffentlich degradiert und zum Verkauf freigegeben hat. Zu unfit, zu wenig mannschaftsdienlich, zu teuer: Der ehemalige Profi des FC Bayern München, dessen Mangel an Einsatzbereitschaft und hohe Verletzungsanfälligkeit ihm schon oft im Weg gestanden haben, nimmt seine Rolle als hannoverscher Hoffnungsträger nach diversen Anfeindungen mittlerweile wahr. Die Abwehrspieler des FC Sevilla machten ein ziemliches ratloses Gesicht, als Schlaudraff zu seinen Geniestreichen ansetzte. Was dem 28-Jährigen gelang, war auf der Gegenseite Piotr Trochowski nicht vergönnt. Der frühere Antreiber des Hamburger SV zeigte im Mittelfeld des FC Sevilla ein paar gute Ansätze, mehr aber auch nicht.

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