2:1-Sieg in Old Trafford : Real dreht Spiel in Manchester

Nach dem Platzverweis gegen Nani verliert Manchester United 1:2 gegen Real Madrid und scheidet aus der Champions League aus. Das entscheidende Tor für die Spanier schießt Cristiano Ronaldo.

Jugend forscht. Madrids Özil (r.) im Zweikampf mit dem alternden Giggs.
Jugend forscht. Madrids Özil (r.) im Zweikampf mit dem alternden Giggs.Foto: dpa

Der alte Mann legte einen beherzten Sprint hin, er rempelte einen Mitarbeiter zur Seite und stürzte die Treppen hinunter. Zehn Minuten waren in der zweiten Halbzeit gespielt, als Alex Ferguson, 71 Jahre alt, sich im Sauseschritt an den Spielfeldrand begab, um eine Protestnote beim Vierten Offiziellen zu hinterlegen. Der Trainer von Manchester United erhob Einspruch gegen die Rote Karte für seinen Spieler Nani, der Alvaro Arbeloa von Real Madrid mit einem Kung-Fu-Tritt erwischt hatte. Es war ein Tritt mit bitteren Folgen. In Unterzahl verspielte United die 1:0-Führung, Real sicherte sich nach dem 1:1 im Hinspiel durch einen 2:1 (0:0)-Sieg in Old Trafford den Einzug ins Viertelfinale der Champions League.

Für ManU gab es nur vor dem Anpfiff etwas zu feiern. Ryan Giggs wurde in seinem 1000. Spiel für United nicht etwa mit einem belanglosen Kurzeinsatz bedacht; der 39-Jährige stand sogar in der Startelf. Anders als der frühere Dortmunder Shinji Kagawa, der gemeinsam mit Wayne Rooney nur auf der Ersatzbank saß.

Das Duell der Giganten hielt, was die großen Namen versprachen: Es war intensiv und dynamisch, auch wenn in der ersten Hälfte die Tore fehlten. Real war zu Beginn das aktivere Team, genauso wie es Trainer José Mourinho angekündigt hatte. Die Spanier attackierten früh, hatten mehr Ballbesitz, während sich die Gastgeber recht weit zurückzogen und auf Konter spekulierten. Nach einer Viertelstunde kam United etwas besser ins Spiel. Giggs leitete mit einer Außenristflanke die erste Gelegenheit für Manchester ein, Robin van Persie aber traf den Ball nicht richtig. Kurz darauf setzte Uniteds Innenverteidiger Nemanja Vidic den Ball nach einer Ecke per Kopf an den Pfosten.

Die Engländer überzeugten durch eine glänzende Organisation in der Defensive, und hatten die besseren Chancen, so wie unmittelbar nach der Pause. Van Persies Schuss im Strafraum wurde zunächst geblockt, doch Nani setzte nach, Der Portugiese luchste Raphael Varane den Ball ab, seine Hereingabe lenkte Sergio Ramos zum 1:0 für United ins eigene Tor. Vieles sprach nun für die Engländer – bis zu Nanis Platzverweis. Mourinho brachte mit Luka Modric eine weitere Offensivkraft. Real belagerte nun Uniteds Strafraum, und es war Modric, der dem Spiel die entscheidende Wende gab. Nachdem die Spanier lange vergeblich eine Lücke gesucht hatten, versuchte es der Kroate aus der Distanz. Vom Innenpfosten flog der Ball zum 1:1 ins Tor. Nur drei Minuten später staubte Cristiano Ronaldo am langen Pfosten zum 2:1 für Real ab. Es war das Ende aller Träume für Manchester. (Tsp)

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