• 2:1-Sieg mit Kampf gegen den 1. FC Köln: VfL Wolfsburg verfolgt weiter den FC Bayern
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2:1-Sieg mit Kampf gegen den 1. FC Köln : VfL Wolfsburg verfolgt weiter den FC Bayern

Eine beeindruckende Hinrunde hat der VfL Wolfsburg hingelegt - und hat nun nach dem 2:1 gegen Köln sechs Punkte Vorsprung auf Platz drei.

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In Pose. Bas Dost bejubelt seinen Treffer zum Ausgleich. Es wird nicht das letzte Tor des Abends für Wolfsburg sein.
In Pose. Bas Dost bejubelt seinen Treffer zum Ausgleich. Es wird nicht das letzte Tor des Abends für Wolfsburg sein.Foto: dpa

Es musste wohl etwas Wuchtiges sein, das an diesem Abend für die Entscheidung sorgt. Eckball Kevin de Bruyne, Kopfballtor durch den hünenhaften Naldo: Der Endspurt in die Winterpause der Fußball-Bundesliga entpuppte sich für den VfL Wolfsburg als äußerst mühsames Unterfangen. Ein später Treffer zwölf Minuten vor dem Abpfiff bescherte einen hart erkämpften 2:1 (1:1)-Heimsieg gegen den 1. FC Köln. Dem frühen 0:1, das Dominic Maroh für die frechen Kölner erzielt hatte, konnten die favorisierten Wolfsburger zunächst nur den Ausgleich durch Bas Dost entgegensetzen. Was dem zwischenzeitlichen 1:1 folgte, war viel Kampf und Krampf und ein wenig Naldo.
Dank ihrer hohen Effizienz bleiben die Wolfsburger bester Verfolger von Spitzenreiter Bayern München und machen der Liga Hoffnung, wenn sie gleich zum Start der Rückrunde den Branchenprimus empfangen. „Wir ärgern uns nicht, wir freuen uns“, sagt VfL-Geschäftsführer Klaus Allofs angesichts von elf Punkten Rückstand auf die dominierenden Münchener, die sich irgendwie selbst von den starken Wolfsburgern einfach nicht mehr einfangen lassen wollen.
Wenn die Frage aufkommt, ob es für den VfL Wolfsburg in dieser Saison schon für einen Platz in der Champions League reicht, werden dessen Hauptdarsteller gerne kleinlaut und ganz bescheiden. Sie wehren sich gegen zu hohe Erwartungshaltungen. Immerhin: Allofs gab gestern Abend als neues und mutiges Saisonziel aus, die Königsklasse direkt erreichen zu wollen. Der Kronprinz der Liga wird also mutiger. Allofs sieht Verein und Mannschaft auf einem sehr guten Weg. Man entwickle sich Stück für Stück weiter.
Im Vergleich zu früheren Jahren haben die Niedersachsen in der Tat Neues zu bieten, das Applaus verdient. Mit Robin Knoche etwa ist ein Eigengewächs unumstrittener Stammspieler. Der Innenverteidiger hat sich sogar so gut entwickelt, dass er mittlerweile solider und fehlerärmer als sein Lehrmeister namens Naldo spiel. Beide lassen in der Defensive wenig bis gar nichts zu. Dass Naldo dann wieder einmal als Torschütze nach einer Standardsituation in Erscheinung trat, krönte die gute Leistung des eingespielten Abwehrduos.
Im Heimspiel gegen Köln, das mit ein wenig Glück zum gelungenen Abschluss der besten Wolfsburger Hinrunde in der Vereinsgeschichte wurde, offenbarte der Gastgeber noch so manche Tücke. Wer eine Spitzenmannschaft sein will, darf sich nicht so austricksen lassen wie in der 11. Minute. Der starke Kölner Daniel Halfar hatte eine herrliche Flanke auf seinen Teamkollegen Maroh geschlagen. Warum sich der Innenverteidiger überhaupt so weit nach vorne gewagt hatte und wer für ihn in der Wolfsburger Hintermannschaft zuständig gewesen wäre – das waren die bohrenden Fragen zum überraschenden Rückstand. Aufsteiger Köln hatte aber in jedem Fall eindrucksvoll demonstriert, warum das Team von Trainer Peter Stöger so auswärtsstark ist. Halfar, Maroh und Co. versteckten sich nicht, sondern spielten vor verblüfften 26 824 Zuschauern mutig nach vorne.
Bis in die Schlussphase blieben die Kölner ein unbequemer, weil klug kombinierender Gegner. Sie leisteten so viel Gegenwehr, dass auf Wolfsburger Seite für die letzten 30 Spielminuten doch noch der Brasilianer Luiz Gustavo eingewechselt werden musste. Der millionenschwere Abräumer und Ballverteiler sollte eigentlich eine Verschnaufpause bekommen. Das Experiment, gegen einen vermeintlich schwächeren Gegner ohne Gustavo auszukommen, war riskant und wäre fast bestraft worden, als Benaglio kurz vor Spielende ein Zusammenprall mit dem Kölner Stürmer Anthony Ujah unterlaufen war – der aber nicht mit einem Elfmeterpfiff bestraft wurde.

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