2:2 gegen Hoffenheim : Karlsruhes erstes Tor nach 753 Minuten

Der KSC trifft beim 2:2 gegen Hoffenheim erstmals seit Anfang Februar wieder. Wirklich weiter hilft ihm der eine Punkt im Abstiegskampf allerdings nicht, auch wenn Trainer Edmund Becker sagt: "Die Mannschaft lebt."

Oliver Trust[Karlsruhe]
Karlsruher SC - TSG 1899 Hoffenheim
Sie können es doch noch. Sebastian Freis (r.) bejubelt seinen Treffer zum 1:0 mit Lars Stindel.Foto: dpa

Karlsruhes Stürmer Giovanni Federico griff sich fassungslos an den Kopf, am Spielfeldrand sank KSC-Manager Rolf Dohmen auf die Knie. Gerade war der Ball in der 90. Minute vom Pfosten des Hoffenheimer Tors genau so ins Feld zurückgesprungen, dass ihn Torwart Ramazan Özcan mühelos fangen konnte. Es hatte viele solcher Szenen beim 2:2 (1:1) zwischen dem Karlsruher SC und 1899 Hoffenheim gegeben – besonders in der hektischen Schlussphase. Karlsruhes Torwart Markus Miller musste erst gegen Chinedu Obasi und Selim Teber retten, Joshua Kennedy zögerte auf der Gegenseite zu lange. Schließlich traf Boubacar Sanogo das leere Tor nicht und Giovanni Federico nur den Pfosten. Zuvor hatten vor 29 000 Zuschauern im badischen Derby Sejad Salihovic und Teber für Hoffenheim sowie Sebastian Freis und Federico für den KSC getroffen.

Als die Karlsruher nach der Partie ins Publikum winkten, wirkte das fast wie eine Abschiedsrunde des Tabellenletzten. Die KSC-Spieler allerdings wollten sich nach dem leidenschaftlichen Remis nur bedanken und fühlten sich keineswegs schon abgestiegen. „Wir geben nicht auf“, sagte Verteidiger Christian Eichner. „Wir haben den Abstand zum Relegationsplatz um einen Punkt verringert. Jetzt geht es Woche für Woche weiter“. Maik Franz, der nach langer Verletzungspause seit dem 28. Oktober das erste Mal wieder spielte, sagte: „Man hat Leidenschaft und Feuer gesehen, der Funke glüht noch.“ Am nächsten Spieltag gegen Leverkusen wird Franz nach seiner fünften Gelben Karte allerdings schon wieder fehlen.

„Moral und Leidenschaft haben gestimmt“, sagte KSC-Trainer Edmund Becker. „Es war nur ein kleiner Schritt, aber die Mannschaft lebt.“ Dem KSC hilft der Punkt im Abstiegskampf allerdings nur bei optimistischer Betrachtung wirklich weiter. Aber das 1:1 von Freis war immerhin der erste KSC-Treffer seit dem 7. Februar und nach 753 Minuten totaler Flaute. Herbstmeister Hoffenheim findet sich nach dem Remis im Mittelfeld wieder. „Die Mannschaft soll sich komplett vom Druck befreien“, sagte Manager Jan Schindelmeiser. Und Trainer Ralf Rangnick forderte seine Mannschaft auf, die „letzten sechs Spiele Spaß zu haben“. Allerdings muss Rangnick einen weiteren Ausfall verkraften: Kurz vor Schluss musste Luiz Gustavo nach wiederholtem Foulspiel mit Gelb-Rot vom Feld.

Dabei hatte es nach dem 1:0 durch Salihovic so ausgesehen, als könnte Hoffenheim beim KSC den ersten Sieg nach neun Spielen holen. Aber schon kurz nach der Gästeführung passierte das, was mancher nicht mehr für möglich gehalten hatte: Karlsruhe schoss ein Tor. Nach der Pause gingen die Gäste erneut in Führung, Teber verwandelte eine Flanke von Salihovic zum 2:1. Doch dem KSC gelang durch Federico der erneute Ausgleich.

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