• 2:3 gegen Borussia Dortmund: Hannover 96 nur noch knapp über den Abstiegsplätzen

2:3 gegen Borussia Dortmund : Hannover 96 nur noch knapp über den Abstiegsplätzen

Hannover 96 bleibt nach dem 2:3 gegen Borussia Dortmund weiter sieglos im Kalenderjahr 2015 - und hat nun nur noch drei Punkte Vorsprung auf einen direkten Abstiegsplatz

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Scheintot. Hannovers Abwehrspieler Felipe betrachtet die Liga von unten.
Scheintot. Hannovers Abwehrspieler Felipe betrachtet die Liga von unten.Foto: afp

Für ein paar Sekunden war von ihm überhaupt nichts mehr zu sehen. Um Pierre-Emerick Aubameyang herum hatte sich ein Knäuel aus glücklichen Mitspielern gebildet. Die Profis von Borussia Dortmund mochten jenen Mann gar nicht mehr loslassen, der ihnen ein neues Glücksgefühl beschert hatte. Dank des vorentscheidenden Tors zum 3:1 war ein hart umkämpfter Auswärtssieg bei Hannover 96 so gut wie geschafft. Und die sichtbare Erleichterung im Team der Borussia sollte wohl signalisieren: So schlecht, wie wir in den Tagen nach dem Aus in der Champions League gegen Turin gemacht worden sind, dürften wir wohl doch nicht sein. Aubameyang mit zwei Toren und Shinji Kagawa schossen die Borussia in Überzahl zu einem 3:2 (1:1)-Erfolg.

Das Duell zweier Teams, die die Saison am liebsten so schnell wie möglich hinter sich bringen möchten, war vor 49 000 Zuschauern ein munterer Schlagabtausch. Hannover drängte auf ein Erfolgserlebnis und schnürte seinen prominenten Gast in der eigenen Hälfte mehrheitlich ein. Was die Niedersachsen zeigten, war – wie schon bei ihrer 1:3-Niederlage gegen Bayern München – sehr ordentlich, wurde aber nur partiell belohnt. Den Dortmunder Führungstreffer musste Hannover hinnehmen, weil kaum ein Abwehrspieler so schnell wie Aubameyang rennen kann. Er nahm einen Pass von Marco Reus auf und vollendete mit einem Schuss ins linke Eck. Das 0:1 war nicht verdient, aber das Resultat jener individuellen Klasse, in der es im Team von Hannover viel zu oft fehlt.

Klopp musste entsetzt mit ansehen, wie Leonardo Bittencourt die BVB-Elf zum Narren hielt

Eine gute halbe Stunde lang hatte es Dortmunds Trainer Jürgen Klopp auf der Auswechselbank ausgehalten und auf Kommandos verzichtet. Das sollte sich nach dem Ausgleich für Hannover aber schnell ändern. Klopp musste entsetzt mit ansehen, wie ein früherer Dortmunder seine Elf zum Narren hielt. Leonardo Bittencourt ist ein kleiner und frecher Dribbelkünstler, der die Borussia 2013 verlassen musste, um noch ein wenig besser zu werden. Dass er den nächsten Entwicklungsschritt geschafft hat, war in dieser Begegnung nicht zu übersehen. Immer wieder dribbelte Bittencourt auf den überforderten Oliver Kirch zu und trickste ihn dann noch aus. So auch nach einer halben Stunde, als eine Vorlage von ihm den Weg zu Lars Stindl fand. Der Kapitän hatte danach wenig Mühe, das 1:1 zu erzielen.

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Aber trotz eines beherzten Auftritts gelang es dem Gastgeber nicht, sich entscheidend durchzusetzen. Vor allem nach dem frühen Platzverweis für Bittencourt (55. Spielminute), der sich neben vielen schönen Dribblings auch zu viele kleine Fouls geleistet hatte und Gelb-Rot sah, übernahm der Favorit das Kommando. Dortmund führte in ausgewählten Momenten vor, wozu das Team in der Lage ist. Und das reichte aus, um zu einem Auswärtssieg zu kommen. Die hektische zweite Halbzeit sorgte auf dem Platz für gute Unterhaltung und auf den Zuschauerrängen für Kontroverses. Ein Teil der Dortmunder Anhänger war offenbar so glücklich über den sich anbahnenden Erfolg, dass er mit vollen Bierbechern warf.

Aber auch der harte Kern der 96-Fans zeigte keine deutlich besseren Manieren. „Kind muss weg“ - diesen Schmähruf stimmte jener Teil der Zuschauer an, der in der Nordkurve steht und für den 96-Präsident Martin Kind ein großer Buhmann ist. Der Vereinsboss wird dafür verantwortlich gemacht, dass sich Fans und Verein nur noch bedingt verstehen. Die sportliche Not von Hannover 96, das in diesem Jahr noch keinen Sieg geschafft hat, spielt den Kritikern von Kind in die Karten. „Hannover 96 wird niemals eine Marke“ stand auf einem Transparent, das darauf anspielte, dass Kind seinen Verein wie ein Wirtschaftsunternehmen führt. Die Firma Hannover 96 trägt großen Schaden. Sie nähert sich zielstrebig den Abstiegsrängen an. An dieser Erkenntnis konnte auch Lars Stindls Tor zum 2:3 nichts mehr ändern.

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