2:3 gegen Dominikanische Republik : Volleyball-Frauen verpatzen WM-Auftakt

So hatten sich die deutschen Volleyballerinnen den WM-Auftakt in Italien wohl nicht vorgestellt. Die Dominikanische Republik erwies sich in Rom als ein zu starker Gegner. Zumindest bewiesen die DVV-Frauen aber Moral.

Ohne Chance. Stefanie Karg und Margareta Kozuch haben gegen den Ball von Bethania de la Cruz de Pena kaum Abwehrmöglichkeiten.
Ohne Chance. Stefanie Karg und Margareta Kozuch haben gegen den Ball von Bethania de la Cruz de Pena kaum Abwehrmöglichkeiten.Foto: dpa

Nach dem ersten Tiefschlag auf ihrer WM-Medaillenmission suchten die deutschen Volleyballerinnen das Weite. Länger als unbedingt nötig hielt sich keine der Schmetterkünstlerinnen auf dem Parkett der PalaLottomatica in Rom auf. Gleich zu Beginn seiner erhofften Krönungstour durch Italien unterlag der EM-Zweite der Dominikanischen Republik überraschend mit 2:3 (25:22, 21:25, 21:25, 26:24, 13:15) und steht vor seinen nächsten Partien schon unter hohem Druck.

Vor verwaisten Rängen kam die Mannschaft von Bundestrainer Giovanni Guidetti am Dienstag im ersten Duell in Gruppe A mit dem kraftvollen Spiel des Weltranglisten-Zehnten überhaupt nicht zurecht und bot eine insgesamt enttäuschende Leistung. Am Mittwoch (17.00/Sport1) wollen die DVV-Frauen gegen Argentinien wieder in die Spur finden.

„Wir waren im Angriff sehr, sehr schlecht“, kritisierte Guidetti. „Die Dominikanische Republik hat verdient gewonnen, sie war in allen Elementen besser. Wir hatten von uns natürlich ein besseres erstes Spiel erwartet und haben nicht auf unserem höchsten Niveau gespielt.“ Kapitän Margareta Kozuch reagierte ebenfalls enttäuscht. „Die ersten Spiele bei einer WM sind immer schwer. Der Knackpunkt war der zweite Satz, wo wir so viele Fehler gemacht haben“, sagte sie.

Guidettis Team war im zweiten Satz von der Rolle

„Sie sind körperlich sehr stark. Wenn wir unser Spiel durchziehen, dann gewinnen wir. Sollten wir aber zulassen, dass sie ihre Kraft einsetzen, dann werden sie sehr gefährlich“, hatte Guidetti vor dem Auftaktspiel gewarnt.

Vor gähnend leeren Rängen in der PalaLottomatica, einer extra für die Olympischen Spiele 1960 gebauten Halle, beherzigten die deutschen Frauen nach Anlaufschwierigkeiten zunächst die Vorgabe des Trainers. Hellwach im Block und stark über Diagonalangreiferin Kozuch erarbeitete sich der Weltranglisten-Neunte ein Polster zum 18:12.

Die Dominikanische Republik nutzte jedoch den Spannungsabfall bei den DVV-Frauen sofort und verkürzte auf 17:18, ehe der große Auftritt von Louisa Lippmann kam. Die 20-Jährige, die in der kommenden Saison für den Dresdner SC aufläuft, sorgte mit drei Punkten hintereinander für den Gewinn des ersten Satzes.

Guidettis Team war im zweiten Satz fast komplett von der Rolle. Gegen den Olympia-Fünften von 2012 schlichen sich leichte Fehler ein, Missverständnisse reihten sich aneinander, die Annahme wackelte. Guidetti wechselte munter durch, doch Besserung stellte sich nicht ein. Zu stark war der Block der Mannschaft des Brasilianers Marcos Kwiek. Ein 8:2-Schlussspurt brachte auch nichts.

Von Euphorie durch WM-Bronze der Männer war nichts zu spüren

Der deutsche Angriff kam weiter nicht auf Touren. Permanent hechelte der teils zerfahren auftretende EM-Zweite einem Rückstand hinterher. Von Euphorie durch WM-Bronze der Männer in Polen war nichts zu spüren. In der Offensive präsentierte sich dagegen die Dominikanische Republik um Kapitän Bethania de la Cruz bärenstark. Eine einzige Führung (1:0) hatte Guidettis Truppe zunächst in Abschnitt vier, ansonsten bestimmte der Kontrahent sicher das Geschehen. Die DVV-Frauen bewiesen aber enorme Moral und retteten sich mit dem zweiten verwandelten Satzball in den Entscheidungsdurchgang.

Im fünften Satz gingen Kozuch & Co. von Beginn an konzentriert zu Werke. Beim Stand von 9:5 schien der Sieg schon perfekt, aber die Dominikanische Republik ließ sich nicht hängen und machte fünf Punkte in Serie. Am Ende konnten die DVV-Frauen den WM-Fehlstart nicht mehr abwenden. (dpa)

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