2. Bundesliga : Carl Zeiss Jena erster Absteiger

Carl Zeiss Jena hat als erstes Team den Abstiegskampf in der 2. Fußball-Bundesliga verloren. Die Thüringer stehen nach einem 0:5-Debakel am Dienstagabend im Abstiegs-Duell beim FC Erzgebirge Aue als erster von insgesamt vier Absteigern fest.

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Enttäuschte Jenaer Fans nach der 0:5 Pleite ihrer Mannschaft gegen Aue. -Foto: dpa

AueDer FC Carl Zeiss Jena muss nach zwei Jahren im Unterhaus den Gang in die Drittklassigkeit antreten: Die Thüringer stehen seit Dienstagabend durch ein blamables 0:5 (0:2) im Ost-Duell beim FC Erzgebirge Aue als erster Absteiger aus der 2. Fußball- Bundesliga fest. Die „Veilchen“ bewahrten sich dagegen vor 10 500 Zuschauern durch den ersten Dreier nach zehn sieglosen Partien und Tore von Fiete Sykora (21.), Tom Geißler (37.), Florian Heller (66.) und Jiri Kaufman (68./88.) ein Fünkchen Hoffnung auf den Klassenverbleib. Jedoch fehlen ihnen weiterhin fünf Punkte dazu.

"Das war ein Offenbarungseid", sagte Jenas Präsident Rainer Zipfel und suchte nach dem desaströsen Auftritt ebenso nach Worten wie Trainer Henning Bürger. "Das ist nicht erklärbar, wir waren kollektiv gehemmt", meinte der Coach. Besonders bitter für die Jenaer war die Tatsache, dass zwei "Ehemalige" an ihrer Niederlage in dem so wichtigen Spiel großen Anteil hatten. Für Heiko Weber, der Jena einst aus der Oberliga in die zweithöchste deutsche Spielklasse geführt hatte, war es der erste Sieg als Aue-Trainer. Sykora, der in der Sommerpause aus den Kernbergen gekommen war, schoss seinen ehemaligen Club vor der Pause fast im Alleingang ab: Zunächst köpfte er einen Freistoß von Geißler ein, dann gab der lange Schlacks den entscheidenden Impuls: Per Fallrückzieher legte er Geißler vor, der keine Mühe mehr hatte, die gute Aktion abzuschließen.

Nur eine Torchance

Auf der Gegenseite fand kein Angriffsspiel statt: Jena, wo nur sechs Spieler Verträge für die 3. Liga haben, agierte ohne den an der Leiste operierten Jan Simak (Leistenbruch) wie das Kaninchen vor der Schlange. Über 90 Minuten verbuchten die Gäste nur eine gute Torchance durch Kosi Saka (74.) und zwei Ecken.

In der zweiten Halbzeit wurde bei den Tabellennachbarn ein Klassenunterschied noch deutlicher: Aue hatte Chancen im Minutentakt: Heller (52.) schoss aus drei Metern am leeren Tor vorbei, Sykora (57.) traf nur das Außennetz und die Schüsse von Leandro Grech (59.) und Skerdilaid Curri (61.) parierte Jenas Torgüter Wassili Chomutowski. Heller legte nach einem Strafraum-Solo endlich nach und der Sekunden vorher eingewechselte Kaufman stellte mit einem trockenen Schuss und danach mit einem Abstauber den Endstand her. "Der Klassenverbleib liegt aber nicht in unserer Hand. Wir müssen noch zwei Spiele gewinnen und die anderen müssen patzen", sagte Aues Präsident Uwe Leonhardt und ließ damit keinerlei Euphorie aufkommen.

Jena fehlte die Substanz, um mitzuhalten. Durch viele eigene Fehler und unnötige Ballverluste behinderten sie ihr eigenes Spiel. Wenn der Ball doch einmal über mehrere Stationen Richtung Spitze lief, wussten sie bald nichts mehr damit anzufangen. "Ich habe keine Erklärung für den Auftritt und kann mich nur entschuldigen für das abgelieferte Spiel. Es war kaum einer eines Profispielers würdig", stammelte Jenas Sportdirektor Carsten Linke. (sgo/dpa)

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