2. Bundesliga : Nach Pleite in München fehlen Neuhaus die Worte

Der 1. FC Union verliert nach zwei individuellen Fehlern bei 1860 München mit 1:3. Trainer Uwe Neuhaus war reichlich bedient.

von
Zu tief. Unions Mosquera (unten) im Duell mit dem Münchner Stahl.
Zu tief. Unions Mosquera (unten) im Duell mit dem Münchner Stahl.Foto: dapd

Uwe Neuhaus konnte die Arena gar nicht schnell genug verlassen. Die Klappe zum Kabinengang im Münchner Stadion war noch nicht einmal richtig geöffnet, als sich der Trainer des Fußball-Zweitligisten 1. FC Union gebückt in die Katakomben zwängte. Die 1:3 (1:1)-Niederlage bei 1860 München erregte den 51-Jährigen. „Wir sind nach dem 0:1 glücklich ins Spiel gekommen und hatten die Partie im Griff“, wetterte Neuhaus. „Zu dem, was danach passiert ist, fragen Sie bitte die Spieler. Ich kann es nicht mehr erklären.“

Neuhaus meinte vor allem die Szene vor dem spielentscheidenden 2:1 für die Münchner in der 52. Minute, nachdem in der ersten Hälfte der Münchner Kevin Volland und der Berliner John Jairo Mosquera per Kopf für den 1:1-Pausenstand gesorgt hatten. Als Union auf einem guten Weg war, passierte Innenverteidiger Christoph Menz ein folgenschweres Missgeschick. Er ließ sich rund 25 Meter vor dem Tor den Ball von Benjamin Lauth abnehmen. Der Kapitän von 1860 erkannte sofort die Situation. Seine Eingabe landete bei Volland, der zum 2:1 einschoss. „Bis dahin haben wir gut gespielt. Es war leider ganz klar mein Fehler, der uns eine souveräne Leistung gekostet hat“, sagte Menz. „Das war katastrophal. Leider gibt es im Fußball nicht nur Sonnenschein.“

Michael Parensen versuchte den am Boden liegenden Menz sofort aufzurichten. Doch nicht einmal eine Minute nach diesem moralischen Tiefschlag holte sich Union vor 22 500 Zuschauern den endgültigen Knockout ab. Nach einem Ballverlust im Mittelfeld traf Stefan Aigner zum 3:1 für die Münchner. „Es war Blödheit. Das darf einfach nicht passieren. Individuelle Fehler haben uns das Genick gebrochen“, sagte Parensen. „Wir sind zu blöd, uns selbst zu belohnen, obwohl wir in einem intensiven Spiel eine ordentliche Auswärtsleistung geboten haben.“

Im Abschluss bemühte sich Union durchaus, die Partie noch einmal spannend zu machen. Parensen, Christian Stuff mit einem Kopfball nach einem Fehler des Münchners Torhüters Gabor Kiraly und der nie aufgebende Angreifer Simon Terodde mit zwei Schussversuchen in der Schlussphase gelang jedoch nicht der erhoffte Anschlusstreffer. Auch die Einwechslung von Torsten Mattuschka und Chinedu Ede brachte nichts Zählbares mehr ein.

Dass Kapitän Mattuschka überhaupt zunächst nur auf der Bank saß, gehörte zu den Besonderheiten bei den Berlinern. Neuhaus begründete dies mit dem krankheitsbedingten Ausfall von Verteidiger Ahmed Madouni, der einige Umstellungen mit sich brachte. „Wegen der Offensivstärke der Sechziger habe ich mich für eine Doppelsechs mit Markus Karl und Michael Parensen entschieden“, sagte Neuhaus. Im Mittelfeld bot der Union-Coach anstelle von Mattuschka den Brasilianer Silvio auf. „Ich habe mir davon mehr Offensivkraft erhofft. Nach hinten hat Silvio viel gearbeitet. Nach vorn ist die Rechnung aber nicht aufgegangen“, sagte Neuhaus. Die rund 1000 Union-Fans nahmen die erneute Auswärts-Niederlage gelassen auf. „Beim nächsten Mal macht ihr es besser“, rief ein mitgereister Anhänger den Spielern beim Abklatschen am Zaun zu.

Autor

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben