2. Liga : Aufstiegs-Check für den 1. FC Union

Kann der 1. FC Union in der Zweiten Liga bestehen? Ein Aufstiegs-Check.

Katrin Schulze
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Mit Hand und Fuß. Im Feiern sind Unions Trainer Uwe Neuhaus (rechts) und sein Team sogar schon erstklassig. -Foto: dpa

Bereits drei Spieltage vor dem Saisonende hat der 1. FC Union den Aufstieg in die Zweite Liga perfekt gemacht. Beim heutigen Spiel in Aue (18.30 Uhr) kann der Fußball-Drittligist befreit auflaufen und den Blick schon in die Zukunft richten. Hier erklären wir, wie Union die kommende Saison meistern will:

Die Mannschaft: Unions dominanter Auftritt in der Dritten Liga resultiert in erster Linie aus einer starken Abwehr- und Torhüterleistung: Die Berliner haben mit Abstand die wenigsten Gegentore der Liga kassiert – bislang lediglich 19. Um auch in der Zweiten Liga konkurrenzfähig zu sein, „wollen wir uns auf jeder Position außer der des Torhüter verstärken“, sagt Sportdirektor Christian Beeck. Vier bis fünf Spieler sollen zum aktuellen Kader stoßen. Der erste Transfer steht seit gestern fest: Der 29 Jahre alte Innenverteidiger Bernd Rauw unterschrieb bei den Berlinern einen Vertrag über zwei Jahre. Wenn sich die Zugänge gut ins Team integrieren, kann Union in Liga zwei sicherlich mithalten.

Der Trainer: Uwe Neuhaus hat die Mannschaft kontinuierlich verbessert, seitdem er sie 2007 von Christian Schreier übernommen hat. Darüber hinaus verfügt der 49-Jährige über Erfahrung im hochklassigen Fußball: Als Profi spielte er mit Wattenscheid 09 in der Bundesliga, als Trainer arbeitete er bei Borussia Dortmund unter anderem an der Seite von Michael Skibbe und Matthias Sammer. „Das war die lehrreichste Zeit meiner Karriere“, sagt Neuhaus. „Aber trotzdem ist es wichtig, sich immer weiter zu bilden.“ Der Coach ist ehrgeizig und zeigt Feingefühl in der Mannschaftsleitung. Von seinem Engagement und seiner Kompetenz dürfte der Klub am meisten in Liga zwei profitieren.

Das Stadion: In der Saison 2009/2010 wird Union nach einem Jahr Abwesenheit wieder im Stadion An der Alten Försterei antreten. Nach der Sanierung erfüllt es die Bedingungen der Deutschen Fußball-Liga. Zu den modernsten Arenen der Zweiten Liga zählt die Alte Försterei zwar nicht, atmosphärisch sollte sie aber vorn dabei sein. Den Zuschauerschnitt von 7211, den die Köpenicker in dieser Saison bislang im Jahnsportpark aufweisen konnten, sollte sie dafür allerdings steigern. Präsident Dirk Zingler rechnet mit 10 000 bis 12 000 Zuschauern in der Zweiten Bundesliga.

Die Finanzen: Der Verein wird mit einem Etat von etwa 9,5 Millionen Euro in die neue Saison gehen. Das sind 4,5 Millionen Euro mehr als in dieser Spielzeit – im Verhältnis zur Konkurrenz aber immer noch wenig. Kein Grund, die Ambitionen herunterzuschrauben, findet Zingler: „Wir werden nicht der Klub mit dem meisten Geld sein. Aber auch in dieser Saison haben wir gezeigt, dass nicht das hochkarätigste Team vorne ist, sondern das geschlossenste.“ Zwar hat Union immer noch Verbindlichkeiten in Millionenhöhe, dennoch liegen die Finanzkrisen, die den Klub lange Zeit durchgeschüttelt hatten, in der Vergangenheit.

Die Ansprüche: Sportdirektor Beeck sagt: „Die Zweite Liga ist sehr eng und jeder Aufsteiger muss einen Gewöhnungsprozess vollziehen.“ Die Umstellung auf die höheren Anforderungen dürfte die größte Hürde für Union darstellen. Auch Trainer Neuhaus weiß, dass es in der Zweiten Liga „anspruchsvoller zugeht. Da kommt der taktischen Disziplin und dem Zweikampfverhalten größere Bedeutung zu.“ Wenn es dem 1. FC Union gelingt, sich von Beginn an den Verhältnissen der Zweiten Liga anzupassen, kann der Klub die Zielvorgabe Klassenerhalt erreichen. (Mitarbeit: mko)

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