200 Meter Freistil bei Olympia : Paul Biedermann geht ganz entspannt ins Finale

Paul Biedermann steht im Finale über 200 Meter Freistil. Zweimal war er bereits Olympia-Fünfter - jetzt soll es im letzten Wettkampf seiner Karriere eine Medaille werden.

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Ganz entspannt die Stunden zählen: Setzt Paul Biedermann am Montag einen erfolgreichen Schlusspunkt unter seine Laufbahn?
Ganz entspannt die Stunden zählen: Setzt Paul Biedermann am Montag einen erfolgreichen Schlusspunkt unter seine Laufbahn?Foto: dpa

Das Prinzip Tiefenentspannung scheint für Paul Biedermann gut zu funktionieren. Der deutsche Schwimmer hatte vor den Olympischen Spielen immer wieder betont, sich bei seinem letzten Wettkampf vor dem Karriereende keinen Druck machen zu wollen. An seinem 30. Geburtstag absolvierte der Hallenser souverän und problemlos Vorlauf und Halbfinale über 200 Meter Freistil und erreichte den Endlauf in der Nacht zu Dienstag. Biedermanns 1:45,69 Minuten bedeuteten die viertschnellste Zeit, das beste Halbfinale zeigte der Chinese Sun Yang in 1:44,63 Minuten.

Hinter dem nach einer Dopingsperre zurückgekehrten Yang liegt das Feld dicht beieinander, das Finale verspricht Hochspannung. „Ich freue mich drauf und werde das noch einmal genießen“, sagte Biedermann. „Die Zwischenetappen habe ich jetzt gut genommen, das war das Wichtigste.“

Biedermann hat damit weiterhin die Chance, bei seinen dritten Olympischen Spielen zum ersten Mal eine Medaille zu gewinnen. 2008 in Peking und 2012 in London war er jeweils Fünfter geworden. Besonders vor vier Jahren war der Weltrekordhalter mit großen Ansprüchen an sich selbst gestartet, die er dann aber nicht erfüllen konnte.

"...und dann die Stunden zählen"

2016 stapelt er lieber tief. Ob Biedermann aber wirklich so entspannt ist, wie er sich seit Wochen und Monaten gibt, wird sich wohl erst nach dem Finale zeigen. Als er über seinen Tagesablauf vor dem Finale am späten Abend brasilianischer Zeit sprach, klang jedenfalls doch ein bisschen Aufregung mit. Er werde ausschlafen, sich massieren lassen und mittags ein kleines bisschen Schwimmen gehen, erzählte Biedermann, „und dann die Stunden zählen“.

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Am zweiten Tag der Schwimmwettbewerbe im Olympic Aquatic Stadium von Rio de Janeiro blieb Biedermann der einzige deutsche Starter, der einen Endlauf erreichte. Christoph Fildebrandt (200 Meter Freistl), Sarah Köhler (400 Meter Freistil) und die 4 x 100 Meter Freistilstaffel der Männer schieden im Vorlauf aus, Rückenschwimmer Jan-Philip Glania schaffte es über 100 Meter ins Halbfinale, verpasste als Zwölfter aber den Endlauf.

Drei Weltrekorde und die 19. Goldmedaille für Michael Phelps

Drei Schwimmstars stießen derweil am Sonntagabend in neue Dimensionen vor. Der Brite Adam Peaty verbesserte seinen Weltrekord über 100 Meter Brust auf 57,13 Sekunden, die alte Bestmarke von 57,55 Sekunden hatte er erst im Vorlauf am Tag zuvor aufgestellt. Ebenso wie Peaty sicherte sich Sarah Sjöström in Weltrekord ihre erste olympische Goldmedaille. Die Schwedin war über 100 Meter Schmetterling in 55,48 Sekunden schneller als je eine Frau zuvor. Und Katie Ledecky gewann in der Weltrekordzeit von 3:56,46 Minuten über 400 Meter Freistil das erste Rio-Schwimm- Gold für die USA.

Zum Abschluss der Abend-Session, kurz vor Mitternacht, hatte der beste Schwimmer und erfolgreichste Olympia-Teilnehmer aller Zeiten dann auch noch seinen ersten Auftritt in Rio. Michael Phelps gab sich in der 4 x 100 Meter Kraulstaffel der USA als zweiter Schwimmer die Ehre – und gewann standesgemäß die Goldmedaille, die 19. seiner unvergleichlichen Karriere.

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