Sport : 2000 dänische Polizisten schützen das Endspiel zwischen London und Istanbul

Zwei Gescheiterte spielen um Europas "kleine" Fußball-Krone. Mit Galatasaray Istanbul und Arsenal London treffen im Uefa-Cup-Finale heute in Kopenhagen (20.45 Uhr/live in der ARD) zwei Teams aufeinander, die in der Champions League bereits nach der Vorrunde die Segel hatten streichen müssen. Dank des vor Saisonbeginn eingeführten neuen Modus konnten beide Teams aber doch noch einen Siegeszug über Europas Fußball-Felder antreten, der mit dem Cup-Gewinn seine Krönung finden soll.

Während Arsenal bereits zwei Europacupsiege (1970 Messepokal/1994 Pokalsieger) feiern konnte und zum insgesamt fünften Mal in einem europäischen Pokal-Finale steht, spielt Galatasaray als erste türkische Mannschaft um einen internationalen Titel. Trainer Fatih Terim verteilte daher schon vor dem Finale ein Lob an seine Spieler: "In meinen Augen sind sie schon Champions. Das Erreichen des Endspiels ist bereits ein wichtiger Erfolg für uns, und wenn Allah es will, werden wir unsere Mission zu Ende führen."

Das Team vom Bosporus, das in der Champions League trotz eines imponierenden Sieges bei Hertha BSC knapp das Nachsehen gegen den Bundesligisten und Chelsea London hatte, peilt nach dem Gewinn von Meisterschaft und Pokal nun sogar das Triple an. "Wir werden mit all unserer Kraft um den Uefa-Cup kämpfen", versprach Terim, der auf die zuletzt verletzten Hagi, Hakan Ünsal und Okan zurückgreifen kann. Somit fehlt dem Erfolgscoach lediglich der aus dem Halbfinale bei Leeds United mit der Roten Karte gesperrte Emre.

Die tragischen Ereignisse im Vorfeld des Hinspiels in Istanbul, bei denen zwei englische Fans getötet wurden, wirken immer noch nach. Für das Finale ist die dänische Polizei in höchste Alarmstufe versetzt worden, etwa 2000 Beamte - ein Fünftel aller Sicherheitskräfte des Landes - sollen zum Einsatz kommen. "Es ist die größte Polizei-Operation im Zusammenhang mit einem einzelnen Fußballspiel", sagt Einsatzleiter Mogens Lauridsen.

Galatasaray wird in Kopenhagen wie schon beim Halbfinal-Rückspiel in Leeds aus Angst vor Racheakten englischer Hooligans von zehn Bewachern einer Spezialeinheit begleitet. Am Montagabend absolvierte die Mannschaft unter starken Sicherheitsvorkehrungen ihr erstes Training in der dänischen Hauptstadt.

65 Millionen Türken werden am Mittwoch über die sonstigen Rivalitäten der Top-Vereine hinwegsehen und den "Löwen" die Daumen drücken. Zu dem "historischen Finale", wie es in den türkischen Medien angekündigt wird, fahren auch zwölf Minister, darunter Außenminister Ismail Cem. Außerdem reisen 192 Abgeordnete nach Kopenhagen.

Arsenal London konnte bereits einen Tag vor dem Endspiel einen ersten Erfolg feiern. Trainer Arsene Wenger erklärte am Dienstag, dass er seinen bis zum 30. Juni 2002 datierten Vertrag definitiv erfüllen wird. Der Franzose war zuletzt auch als möglicher Nachfolger von Erich Ribbeck als Teamchef der deutschen Nationalmannschaft ins Gespräch gebracht worden. "Für mich gelten Verträge noch etwas", meinte Wenger, der mit Arsenal in der nächsten Saison in England endlich die Vorherrschaft von Manchester United brechen und in der Champions League für ähnliche Furore wie im diesjährigen Uefa-Cup sorgen will.

Wenger, der im unbedeutenden letzten Meisterschaftsspiel am vergangenen Sonnabend gegen Newcastle United (2:4) fast alle seine Stammspieler schonte, kann heute aus dem Vollen schöpfen. Aus der erfolgreichen Mannschaft, die 1994 den inzwischen eingestampften Europacup der Pokalsieger gewann, sind immer noch einige Spieler für Arsenal aktiv: Torwart David Seaman, Verteidiger Lee Dixon oder Mittelfeldspieler Ray Parlour, der im Viertelfinale mit zwei Toren großen Anteil am 4:2-Sieg im Rückspiel gegen Werder Bremen und damit dem Aus des Bundesligisten hatte.

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