24. Preis der Deutschen Einheit : Eddy Pedroza gewinnt mit Wake Forest

Jockey Eddy Pedroza gewinnt das Saisonfinale in Hoppegarten – historische Serie von Adrie de Vries.

Ulrich Nickesen
Eddy und Klaus. Jockey Pedroza (li.) freut sich mit Allofs über den Sieg.
Eddy und Klaus. Jockey Pedroza (li.) freut sich mit Allofs über den Sieg.Foto: Engler

Der 24. Preis der Deutschen Einheit wurde seinem Ruf als Kultrennen im deutschen Galoppsport auch in diesem Jahr gerecht. Was sich am Freitagnachmittag während des Renntages beim Saisonfinale in Hoppegarten ereignete, war schon äußerst beeindruckend, um nicht zu sagen: historisch. Vor der Rekordkulisse von 13 500 Zuschauern siegte auf der Trabrennbahn in Berlin Publikumsliebling Eddy Pedroza souverän auf dem vierjährigen Favoriten Wake Forest, vor den überraschend stark endenden Daksha und dem norwegischen Gast Bank of Burden.

Der 40 Jahre alte Panamese hielt Wake Forest auf der 2000-Meter-Distanz zunächst im Mittelfeld, ehe er die Speedqualitäten seines Hengstes auf der Zielgeraden einsetzte. „Anfangs hatte ich doch ein wenig Schwierigkeiten, Anschluss zu halten“, kommentierte der siegreiche Jockey später seinen Erfolg: „Aber dann lief alles nach Plan.“ Für Wake Forest war es immerhin schon der fünfte Sieg bei sechs Starts; allerdings hatte er noch nie in einem Europa-Gruppe-Rennen gewonnen. Für seine Besitzer, den rennsportbegeisterten Bundesliga-Manager Klaus Allofs (VfL Wolfsburg) und den milliardenschweren Erben des Gestüts Fährhof, Andreas Jacobs, galoppierte Wake Forest 50000 Euro Siegprämie zusammen. Eingestimmt hatte sich der Jockey mit Hello Honey – seinem quasi obligatorischen Sieg, wie an jedem Renntag der abgelaufenen Saison vor dem Sieg im Hauptereignis.

Doch der eigentlich herausragende Jockey des Finaltages in Hoppegarten war der niederländische Weltenbummler Adrie de Vries, der zur Zeit am Rennstall von Champion-Trainer Peter Schiergen in Köln tätig ist. Sechsmal kehrte er als Sieger zur Waage zurück. In den ersten vier sowie den letzten beiden Rennen zeigte der Jockey sein außergewöhnliches Talent. Auf unterschiedlichen Distanzen mit Galoppern unterschiedlicher Klassen, mit Favoriten gleichermaßen wie mit Außenseitern zu gewinnen: das ist einmalig an einem Hoppegartener Renntag.

Das Hauptereignis geriet über diese Vorstellung fast zur Nebensache. Eine Erklärung konnte der sechsfache Siegreiter für seine Serie auch nicht abgeben. Es ist eben die glorreiche Ungewissheit des Turfs, die diese Sportart so faszinierend macht und die am gestrigen Renntag in Hoppegarten einmal mehr unter Beweis gestellt wurde.

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