25:28-Niederlage in Flensburg : Füchse brechen am Ende ein

Die Füchse Berlin verspielen bei der SG Flensburg-Handewitt eine Sieben-Tore-Führung und verlieren 25:28. Die Chance auf die Vizemeisterschaft ist damit passé.

Jan Kirschner
Vergeblich gemüht. Es reichte für Evgeni Pevnov und die Füchse am Ende nicht. Foto: dpa
Vergeblich gemüht. Es reichte für Evgeni Pevnov und die Füchse am Ende nicht.Foto: dpa

Es war zum Endspiel um den zweiten Platz deklariert worden. Wenn man dieser Einschätzung folgt, dann haben die Füchse Berlin die Vize-Meisterschaft in der Handball-Bundesliga leichtfertig verspielt. Trotz eines zwischenzeitlichen Sieben-Tore-Vorsprungs verloren sie gestern bei der SG Flensburg-Handewitt mit 25:28 (17:12). Beide Mannschaften tauschten damit die Tabellenplätze.

Die Flensburger Fans hatten ein kreatives Transparent vorbereitet. „Durch den Handewitter Forst ist bislang noch kein Fuchs lebendig gekommen“, stand darauf geschrieben. Die Berliner beeindruckte das zunächst nicht. Bartlomiej Jaszka zog gewohnt spielstark das Angriffsspiel auf, Sven-Sören Christophersen agierte als zuverlässiger Vollstrecker. Beim 4:9 (13.) hatte der Halblinke bereits fünf Mal getroffen. Die Flensburger reagierten, sie tauschten ihre Keeper aus – allerdings mit überschaubarem Erfolg. Nicht zuletzt, weil die SG-Akteure nur halb so stark spielten wie sie lamentierten. Immerhin stachelten sie damit die 6300 Zuschauer an. Auf dem Spielfeld brachte eine offensivere Deckung die Füchse kurzfristig aus dem Konzept. Ivan Nincevic scheiterte mit Siebenmeter und Nachwurf an SG-Torwart Mattias Andersson. Füchse-Kapitän Torsten Laen schied nach einem Foul des kleinen Linksaußen Anders Eggert mit einer Fußverletzung aus. Dichter als auf zwei Tore (9:11) kamen die Norddeutschen aber nicht heran – zumal ihr bester Feldspieler Holger Glandorf ausfiel. Beim jüngsten DHB-Lehrgang hatte er eine Cortison-Spritze in die Ferse erhalten, anschließend wurde eine Infektion diagnostiziert. Der Linkshänder musste operiert werden und droht nun für den Rest der Saison auszufallen. Ersatzmann Tamás Mocsai war überfordert. Die Flensburger versuchten es vorrangig über die rechte Angriffsseite. Schon zur Pause hatte Lars Kaufmann sieben Mal getroffen.

Seine Aktionen waren aber zu wenig, um die Berliner zu beeindrucken. Kurz vor der Pause hatten sie die Souveränität der Anfangsphase zurückgewonnen. Rechtsaußen Marcus Richwien erzielte mit einem strammen Rückraum-Wurf das 9:14 (24.). Kurz nach der Pause hieß es gar 12:19. Die Füchse waren scheinbar uneinholbar enteilt. Doch die Flensburger meldeten sich mit einer eindrucksvollen Schlussphase zurück, die Rechtsaußen Lasse Svan Hansen mit drei Treffern in Serie eröffnete. Urplötzlich war es mit der Berliner Souveränität vorbei. Immer wieder scheiterten die Gäste am nun glänzenden Mattias Andersson im Flensburger Tor. Binnen 60 Sekunden hielt der Schwede die Würfe von Alexander Petersson und Bartlomiej Jaszka mit seinen Händen fest. Auf der anderen Seite traf Petar Djordjic aus dem Rückraum. Zunächst erzielte der Serbe den Ausgleich (22:22, 49.), wenig später dann sogar die Führung (24:23, 53.). Auch Routinier Iker Romero zeigte Nerven und scheiterte beim Stand von 25:24 von der Siebenmeter-Linie – die letzte Chance auf eine Wende. Mit dem 27:24 von Lasse Svan Hansen begannen die Flensburger Feierlichkeiten. Die Füchse verzogen sich frustriert in ihre Kabine. Wohl wissend, welche Gelegenheit sie gerade ausgelassen hatten.

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