• 26. Preis der Deutschen Einheit in Hoppegarten: Devastar und seine fulminanten letzten 400 Meter

26. Preis der Deutschen Einheit in Hoppegarten : Devastar und seine fulminanten letzten 400 Meter

Die meisten rechneten beim 26. Preis der Deutschen Einheit in Hoppegarten mit Wai Key Star. Der Favorit aber wurde abgehängt von einem vierjährigen Hengst namens Devastar.

Ulrich Nickesen
Devastar mit Martin Seidl gewinnt den 26. Preis der Deutschen Einheit. Galopprennbahn Hoppegarten. Foto: Frank Sorge/galoppfoto.de/Brose
Devastar mit Martin Seidl gewinnt den 26. Preis der Deutschen Einheit. Galopprennbahn Hoppegarten.Foto: Frank Sorge/galoppfoto.de/Brose

Die wenigsten der  13.600 Zuschauer hatten am Montag mit dem Sieg des vier Jahre alten Hengstes Devastar gerechnet, der nach einem Glanzritt von Jockey Martin Seidl sicher gegen Capitano und Global Storm den 26. Preis der Deutschen Einheit in Hoppegarten gewann.  Auf der 2000-Meter-Distanz des Grand Prix Rennens überließ der Jockey zunächst Capitano die Führarbeit, bevor er auf den letzten 400 Metern die Spitze übernahm und diese resolut und energisch bis ins Ziel verteidigte. Der hohe Favorit Wai Key Star, geritten vom Publikumsliebling Eduardo Pedroza, war zu keinem Zeitpunkt des Rennens eine Gefahr für das Siegtrio. 

Umso größer war die Freude des 22-jährigen Jockeys Martin Seidl, dass er für Trainer Markus Klug und Besitzer Baron Helmut von Finck dieses Rennen gewinnen konnte, das mit 45 000 Euro Siegprämie dotiert war.  Der Jockey gehört ohne Zweifel zu den Nachwuchstalenten im deutschen Galopprennsport und unterstrich dieses Talent auch gestern erneut: "Ich habe in dieser Saison in Hoppegarten an jedem Renntag fast einmal auf dem Siegertreppchen gestanden, aber an diesem historischen Tag zu gewinnen, das ist doch etwas Besonderes für mich“, kommentierte der in Köln im Traditionsgestüt Röttgen angestellte Jockey das Rennen.

Ein Dauerabonnement auf eine Titelverteidigung in diesem Rennen durch das Trainer/Jockey-Gespann, Andreas Wöhler und Eddy Pedroza wäre auch nicht realistisch, sondern darüber hinaus für alle Beteiligten  relativ spannungslos.

Dass man dieses Gespann allerdings nicht unterschätzen darf, zeigten sie im Rahmenprogramm, als sie zunächst das einleitende Rennen für die zweijährigen Galopper und anschließend die zweit-wichtigste Prüfung des gestrigen Rennens siegreich gestalteten. Gerade in dem mit 25 000 Euro dotierten Sprintrennen auf der 1 200 Meter Distanz zeigte Eddy Pedroza, dass er nicht zu Unrecht zu den Top-Jockeys gehört. Gegen elf Konkurrenten setzte er sich mit dem von ihm gerittenen Sanaadh auf der Fliegerstrecke in beeindruckender Manier durch.

Trainer Wöhler und Jockey Pedroza beendeten damit ein äußerst erfolgreiches Wochenende. Am Samstag gewannen sie mit Potemkim, dem Vorjahressieger in Hoppegarten, beim Arc-Meeting schließlich den mit 200 000 Euro dotierten Prix Dollar in Chantilly; am Sonntag folgte ein weiterer Sieg in einem Grand Prix Rennen der Gruppe III in Düsseldorf. Ein weiterer Triumph in Hoppegarten wäre gestern natürlich das i-Tüpfelchen gewesen, aber zum Glück für den gesamten Rennsport bestätigte sich am Finaltag der Hoppegartener Rennsaison die alte Turfweisheit: Nichts ist gewisser als die Ungewissheit. Gerade das macht das Faszinosum Galopprennsport aus. Ulrich Nickesen

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben