3:0 gegen Iserlohn : Eisbären siegen weiter

Durch einen 3:0-Erfolg gegen Iserlohn erobern sich die Eisbären die Tabellenführung zurück. 14.200 Zuschauer sehen ein eher durchwachsenes Spiel.

Claus Vetter

Die Aufstellungen beider Mannschaften versprachen am Freitagabend in der Arena in Friedrichshain-Kreuzberg für normale Verhältnisse in der Deutschen Eishockey-Liga ein Spektakel. Eisbären und Iserlohn Roosters schickten jeweils vier Sturmreihen aufs Eis. Das gibt es selten in der Liga. Mehr Stürmer, mehr Tempo und auch mehr Tore? Es ließ sich erhoffen. Zumal ja Berliner und Sauerländer bislang oft getroffen hatten, die Eisbären 52 und die Roosters 57 Mal in je 13 Spielen.

Die beiden Knallertruppen der Liga agierten dann aber eher zurückhaltend. 14.200 Zuschauer in der ausverkauften Berliner Arena waren aber trotzdem begeistert – weil sie eben zu großem Teil Eisbären-Fans waren und einen 3:0 (0:0, 1:0, 2:0)-Erfolg der Berliner sahen. Das Spitzenspiel zwischen dem Tabellenzweiten und dem Fünften war ein angetäuscht gutes Spiel. Iserlohns bester Stürmer Robert Hock machte bereits in der zweiten Minute vor, wo es lang gehen sollte. Der flinke Hock umkurvte mit unglaublicher Eleganz ein paar Berliner und lullerte schließlich den Puck ohne einen Hauch von Dynamik in die Schoner von Berlins Torwart Rob Zepp. Hock hatte offensichtlich so sehr Gefallen an seiner ersten Aktion gefunden, dass er später noch zwei Mal die Ausrüstung von Zepp mit halbherzigen Schüssen auf ihre Haltbarkeit prüfte.

Die gute Nachricht für die Eisbären: Die „Matten“ ihres Torwarts, ja, so heißen die Torwartbeinschoner in der Eishockeysprache, hielten Hocks Schüssen ohne Schaden stand. Auch die Eisbären wollten zunächst wohl kein Tor erzielen, immerhin knallte Travis James Mulock den Puck schon mal gegen den Pfosten. Schiedsrichter Willi Schimm schaute sich die Szene sogar in der Videoaufzeichung an, konnte aber auch da kein Tor erkennen. Die Bemühungen beider Teams möglichst keinen Gegentreffer zu kassieren, waren satte 23 Spielminuten erfolgreich. Erst dann stocherte Berlins Mannschaftskapitän Steve Walker den Puck ins Iserlohner Tor.

Danach erlahmte der Widerstand der Roosters, die zuletzt noch Köln (4:0) und Hamburg (8:3) abgefertigt hatten. Das war gut für die Eisbären, die dann im letzten Drittel ihren Vorsprung ausbauen konnten: Tyson Mulock traf zum 2:0, drei Sekunden vor Schluss gelang Jeff Friesen noch das 3:0. Jedenfalls formal. Ein Iserlohner hatte Friesen am Torschuss gehindert, der Berliner Kanadier rutschte ohne Puck ins Tor und Schiedsrichter Schimm entschied richtig auf technisches Tor.

So stimmten am Ende die wichtigen Fakten für die Berliner: Wieder gewonnen, wieder ausverkauft und wieder zurück auf Tabellenplatz eins. Den hatten die Mannheimer erst am Donnerstag mit ihrem Sieg in Hamburg von den Berlinern erobert.

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