3:0 in Bochum : Bayern bleibt dran

Obwohl Lukas Podolski einen Elfmeter verschießt, siegen die Münchner 3:0 in Bochum und rücken auf Rang zwei vor.

Richard Leipold[Bochum]
VfL Bochum - FC Bayern Muenchen
Die Bayern feiern sich. Michael Rensing, Lukas Podolski und Bastian Schweinsteiger (v.l.) nach dem Sieg in Bochum.Foto: ddp

Nach dem 7:1 über Sporting Lissabon hatte Trainer Jürgen Klinsmann die Profis des FC Bayern eindringlich dazu aufgefordert, „bitte alle auf den Boden zurückzukehren“. Die Rückkehr aus den lichten Höhen einer berauschenden Champions-League-Nacht hinunter in den Alltag der Fußball-Bundesliga ist den Münchnern gelungen. Ohne zu glänzen, befriedigten sie beim 3:0 in Bochum abermals ihre Angriffslust. Dem Rekordmeister reichten viel Routine sowie die Tore von Zé Roberto, Philipp Lahm und Martin Demichelis, um den Abstiegskandidaten, der mehr als vierzig Minuten in Unterzahl spielte, souverän zu bezwingen. Die Bayern kamen Tabellenführer Hertha BSC nach Punkten zwar nicht näher, rückten aber vorbei an Hoffenheim auf Platz zwei vor. Nach drei Siegen und fünfzehn Toren in drei Pflichtspielen binnen acht Tagen sieht Klinsmann seine Mannschaft „auf einem guten Weg“. Er lobte das „konzentrierte Auftreten“ seines Personals und kündigte den Berlinern einen harten Kampf an. „Wir werden immer mehr Druck auf Hertha ausüben.“ In München seien schon alle „sehr gespannt auf die nächsten zehn Wochen“.

Ermuntert durch einen Aufschwung zu Beginn der Rückrunde, hatten die als bescheiden bekannten Bochumer sich fast forsch gezeigt: „Die Bayern sind auch nur Menschen”, sagte Verteidiger Christian Fuchs. Und Sportvorstand Thomas Ernst fügte hinzu: „Im Moment ist es schwer gegen uns zu gewinnen.“ Diese Erfahrung hatten die Münchner in der Hinrunde gemacht, als sie sich nach einer 3:1-Führung mit einem 3:3 begnügen mussten. In der Anfangsphase trat die Heimelf dem Favoriten wieder offensiv entgegen und kam zu zwei Chancen. Stanislav Sestaks raffinierter Heber senkte sich nicht ins, sondern auf das Netz. Später kam Kapitän Christoph Dabrowski im Strafraum zum Schuss, brachte den Ball aber nicht an Torhüter Michael Rensing vorbei. Die Bayern suchten ihren Rhythmus; das aggressive Stören der Heimelf behagte ihnen nicht.

Doch Mitte der ersten Hälfte kamen die Münchner zu der einen Chance, die ihnen zur Führung genügte. Nach einem Kopfballduell zwischen VfL-Verteidiger Marc Pfertzel und Daniel van Buyten sprang der Ball Zé Roberto vor die Füße. Der Mittelfeldspieler nutzte die Chance zu einem für die Bayern psychologisch günstigen Zeitpunkt. Eine Minute zuvor war Klose verletzt ausgewechselt worden. Luca Toni und Franck Ribéry hatten von vornherein gefehlt. Der personelle Engpass eröffnete Lukas Podolski die Möglichkeit, sich nach seinen beiden Toren gegen Lissabon abermals als Torschütze zu profilieren. Diese Chance bot sich kurz nach der Pause in Form eines Elfmeters. Doch der Stürmer verfehlte das Ziel. Dennoch standen die Zeichen für Bayern nun noch günstiger. Schiedsrichter Michael Weiner hatte Pfertzels Notbremse gegen den agilen Sosa nicht nur mit einem Strafstoß, sondern auch mit der Roten Karte bestraft. „Das war richtig“, sagte Pfertzel, „ ich war ja der letzte Mann.“ Nicht korrekt war allerdings der Strafstoß, da Sosa vor der Strafraumlinie zu Fall kam.

In Überzahl hatte der Rekordmeister leichtes Spiel. Statt Podolski profitierte Philipp Lahm davon. Er nutzte einen Pass von Sebastian Schweinsteiger zum zweiten Tor. Die Entscheidung war gefallen und die Gegenwehr des VfL gebrochen. Demichelis setzte in der letzten Minute mit dem dritten Treffer den Schlusspunkt hinter eine ganz normale Geschichte aus dem Alltag der Bundesliga.

0 Kommentare

Neuester Kommentar