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3:0-Sieg gegen Karpati Lwiw : Dortmund wahrt Chance in der Europa League

Borussia Dortmund darf in der Europa League weiter auf den Einzug in die K.o.-Runde hoffen. Der Bundesliga-Tabellenführer bezwang Außenseiter Karpati Lwiw daheim mühelos mit 3:0.

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Jubel in Dortmund: Der BVB bleibt in der Europa League weiter im Rennen.
Jubel in Dortmund: Der BVB bleibt in der Europa League weiter im Rennen.Foto: dapd

„Eiskalte Füße“, sangen die Besucher auf der Südtribüne, „wir haben eiskalte Füße.“ Und später verlangten die treuen Fans von Borussia Dortmund auch noch eine Fußbodenheizung. Fußball bei solch widrigen Bedingungen ist wirklich nicht die wahre Freude, doch die Spieler des BVB und ihre Anhänger haben gestern Abend das Beste daraus gemacht. Die Dortmunder gewannen die Begegnung gegen das ukrainische Team von Karpati Lwiw locker mit 3:0 (1:0). Da der FC Sevilla bei Paris Saint-Germain verlor, bekommen die Dortmunder nun das, was sie sich gewünscht haben: In zwölf Tagen gibt es beim letzten Gruppenspiel in Südspanien ein Endspiel um das Erreichen der K.-o.-Phase. „Ich bin sehr zufrieden mit dem Spiel und der Herangehensweise meiner Mannschaft“, sagte Trainer Jürgen Klopp. „Wir haben die Konzentration über 90 Minuten hoch gehalten.“

Gegen ihren weitgehend überforderten Gegner aus der Ukraine kam der BVB vor 40.100 Zuschauern nie ernsthaft in Gefahr. Zwei Tore zu Beginn beider Halbzeiten und ein später Treffer von Stürmer Robert Lewandowski reichten zu einem souveränen Sieg. Auf dem glatten Untergrund bewegten sich die Borussen wesentlich leichtfüßiger, sie waren auch gedanklich schneller als ihr Gegner. Trotz des Klassenunterschieds mochte Trainer Oleg Kononov seinen Spielern "keine Vorwürfe" machen und begründete das so: "Wir haben heute gegen das beste Team Deutschlands gespielt."

Der Niveauunterschied war frappierend, in der Anfangsphase ergaben sich belagerungsähnliche Zustände vor dem Strafraum der Ukrainer. Bereits in der fünften Minute köpfte Shinji Kagawa nach einer Flanke von Nuri Sahin die Führung. Der kleine Japaner entwickelt sich immer mehr zum Kopfball-Ungeheuer. Mit der Führung im Rücken taten sich die Gastgeber leicht, das Spiel zu dominieren. Lewandowski, Kagawa und Kevin Großkreutz hätten das Resultat noch vor der Pause deutlicher gestalten können, vergaben jedoch beste Möglichkeiten.

Das Versäumte holte der Tabellenführer der Bundesliga in der zweiten Hälfte nach: Mats Hummels war nach einem Freistoß von Sahin zur Stelle, sein Kopfball war unerreichbar. Den Verteidiger beflügelte das Erfolgserlebnis dermaßen, dass er die Südtribüne mit einem frechen Beinschuss in Wallung versetzte. Überhaupt war die einseitige Begegnung längst zum lockeren Schaulaufen geworden.

In den letzten 25 Minuten durfte auch Mohamed Zidan mitstürmen, der nach einem Kreuzbandriss ein halbes Jahr hatte pausieren müssen. Kurz vor Schluss stahl der Ägypter seinem Gegenspieler den Ball, leitete ihn zum überragenden Sahin weiter, dem mit seinem Pass auf Lewandowski die dritte Torvorbereitung an diesem Abend gelang. Der Pole, der den am Knie verletzten Lucas Barrios vertrat, traf zum 3:0, statistisch gesehen ist er der erfolgreichste Dortmunder Torschütze. Im Schnitt trifft er als Einwechselspieler alle 59 Minuten. Dass es dieses Mal, da er von Beginn an ran durfte, ein wenig länger dauerte, wird Lewandowski locker verkraften. Sein Trainer auch. „Dieses Tor war für Robert persönlich durchaus wichtig“, sagte Klopp.

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