3:0-Sieg gegen TV Bühl : BR Volleys auf dem Weg ins Finale

Ohne große Mühe gewinnen die BR Volleys ihr erstes Halbfinalspiel um die deutsche Meisterschaft gegen den TV Bühl. "Die größte Gefahr ist, dass das so einfach aussah", warnt jedoch Volleys-Manager Kaweh Niroomand.

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Aleksandar Spirovski ist mit den BR Volleys auf Finalkurs.
Aleksandar Spirovski ist mit den BR Volleys auf Finalkurs.Foto: dpa

Mitte des zweiten Satzes, während einer Auszeit, da schauten Axel Jacobsen und Nicola Poluga plötzlich nicht mehr zu ihrem Trainer, sondern nach oben auf die Ränge. In ihren Blicken lag ein wenig Staunen und ein wenig mehr Resignation. Die Volleyballspieler des Bundesligisten TV Bühl sahen die Welle, die durch die Schmelinghalle mäanderte. Mit ein bisschen Animation hatten die Anhänger der BR Volleys unter den 5.112 Zuschauern diese Art der Freudensbekundung gestartet. Hier nun dämmerte den Gästen aus dem Schwarzwald wohl endgültig, dass ihnen im ersten Halbfinalspiel um die deutsche Meisterschaft in Berlin wenig mehr als die Rolle des freundlichen Partygastes bleiben würde. Am Ende siegte der Deutsche Meister aus Berlin souverän 3:0 (25:14, 25:19, 25:19)  und benötigt in der Play-off-Serie nun nur noch zwei Siege, um wieder ins Finale einzuziehen.

Vom ersten Aufschlag hielten die favorisierten Berliner ihren Herausforderer auf Abstand wie ein Boxer mit größerer Reichweite. So überlegen wirkte das teilweise, dass Kaweh Niroomand sich gleich dazu veranlasst sah, im Hinblick auf das zweite Spiel am 6. April in Baden den Mahner zu geben. „Man muss das sehr vorsichtig einstufen“, sagte der Volleys-Manager. „Die größte Gefahr ist, dass das so einfach aussah.“

Bis auf eine leidlich umkämpfte Phase im dritten Satz kam Bühl im Grunde nie in die Position, einen entscheidenden Angriff zu wagen. Die Internationalauswahl mit Spielern aus zehn verschiedenen Nationen wirkte vor allem zu Beginn überfordert, vielleicht war sie auch ausgelaugt von den kolportierten elf Stunden, die sie sich tags zuvor per Bus durch die verschneite Republik bis nach Berlin gequält hatte. Deutlich schneller brachten sie den ersten Satz hinter sich. Kaum drei Minuten waren vorbei, da lagen die Volleys schon 7:0 in Führung, nach gut 20 Minuten hatten sie den ersten Satzball zum 25:14 verwandelt. „Die waren am Anfang beeindruckt von der Kulisse und haben sehr viel Respekt gezeigt“, sagte Volleys-Manager Kaweh Niroomand. „Als sich das normalisiert hatte, ist es auch wieder etwas ausgeglichener geworden.“ Doch über weite Strecken des Spiels erinnerte wenig daran, dass die Bühler dem Meister aus Berlin die einzige Niederlage in der Hauptrunde beigebracht diese selbst immerhin punktgleich mit dem einstigen Serienmeister Friedrichshafen abgeschlossen hatten.

Im zweiten Durchgang entwickelte sich ein ähnliches Szenario. Angetrieben vom überragenden Diagonalangreifer Paul Carroll gingen die Volleys wieder schnell in Führung. Beim Stand von 9:2 hatte der Gegner genauso viele Auszeiten genommen wie Punkte. Kurzzeitig sah es dann so aus, als würde das Duell ausgeglichener. Die Ballwechsel wurden etwas länger, die Berliner Blocks und Schläge etwas ungenauer und die Gäste machten nicht mehr so viele einfache Fehler und kamen auf 10:12 heran. Doch dann gab es die Auszeit, die Welle und die Volleys zogen wieder davon und ließen sich nicht mehr aus dem Konzept bringen.

So zogen Spieler, Trainer und Fans vergnügt in die Osterfeiertage. Nur Kaweh Niroomand , der mochte sich der Glückseligkeit nicht so ganz hingeben. Klar, fast alle Berliner hätten überragend gespielt. „Aber in Bühl sieht das bestimmt ganz anders aus“, sagte er. „Die haben eine kleine, volle Halle, da werden die ganz anders auftreten.“

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