• 3:0-Sieg über TSG Hoffenheim: Warnung an die Liga: Wolfsburg mit André Schürrle noch stärker

3:0-Sieg über TSG Hoffenheim : Warnung an die Liga: Wolfsburg mit André Schürrle noch stärker

Weltmeister André Schürrle hat ein furioses Bundesliga-Comeback gefeiert. Wolfsburg gewann mit dem 32-Millionen-Euro-Neuzugang gegen 1899 Hoffenheim mit 3:0 (2:0) und festigte damit den zweiten Tabellenplatz.

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Gelungener Einstand: André Schürrle feiert mit dem Torschützen Kevin de Bruyne.
Gelungener Einstand: André Schürrle feiert mit dem Torschützen Kevin de Bruyne.Foto: dpa

Im Grunde sollten auch Leistungen wie diese mit Hilfe einer gesonderten Statistik gewürdigt werden. Der erste Freudensprung, zu dem André Schürrle im Trikot seines neuen Vereins angesetzt hatte, endete in den Armen von Bas Dost – und das in einer wirklich beeindruckenden Höhe. Vorlage von Schürrle, Führungstreffer durch Dost: Mit dieser Kombination war der VfL Wolfsburg in sein Heimspiel gegen die TSG Hoffenheim gestartet.

Natürlich waren dabei alle Augen auf jenen Mann gerichtet, für den die Niedersachsen gerade 32 Millionen Euro Ablöse an den FC Chelsea überwiesen hatten. Und der Neuzugang zahlte beim 3:0 (2:0)-Erfolg mit zwei Torvorlagen gleich zurück. Er trat agil, mutig und geschickt auf. Es war seine große Spielfreude, die Schürrle einen herausragenden Einstand ermöglichte.

Der Rest der Liga, der die kauffreudigen Wolfsburger und ihre großzügigen Budgets mit kritischem Blick beobachtet, darf sich gewarnt fühlen. Wie schon zum Rückrundenstart, als der Tabellenzweite noch ohne Schürrle zu einem 4:1-Erfolg gegen Spitzenreiter Bayern München gekommen war, trat die Elf von Trainer Dieter Hecking sehr kombinationssicher und dazu noch souverän auf. Eigentlich gehört die TSG Hoffenheim zu den spielstärkeren Bundesligateams und hat sich deshalb auch in der oberen Tabellenhälfte etabliert.

Aber bis auf einen kleinen Warnschuss von Kevin Volland gleich zum Start in die Begegnung und während einer kurzen Phase Mitte der zweiten Halbzeit konnte der Gast kaum aufmucken. Dem Druck und dem virtuosen Angriffsspiel der Wolfsburger hatte die TSG insgesamt zu wenig entgegenzusetzen. Das galt auch für die Szene in der 28. Minute, als Schürrle zunächst die Latte getroffen hatte und danach Kevin De Bruyne zum 2:0 gratulieren konnte.

Der direkte Einzug in die Champions League ist wichtig für das Selbstverständnis

Wohin die Wolfsburger Reise in der aktuellen Saison noch gehen soll, bleibt eine spannende Frage. VfL-Geschäftsführer Klaus Allofs hat den Transfer von Schürrle auch mit der Forderung an die Mannschaft verbunden, dass sie doch bitte schön den direkten Einzug in die Champions League realisieren solle. Das sei nämlich wichtig für das eigene Selbstverständnis, aber angeblich auch für die vereinsinterne Buchhaltung. Ohne zusätzliche Millioneneinnahmen aus der Champions League, so die Einschätzung beim VfL, könne man vorerst keine weiteren Transfers in zweistelliger Millionenhöhe bewerkstelligen.

Das dürfte an den Budget-Vorgaben von Hauptsponsor Volkswagen, aber auch an der Financial Fairplay-Regel der Europäischen Fußball-Union liegen. Der Verband überwacht gerade im Fall des VfL, ob seinem horrenden Ausgaben für Spieler auch genügend Einnahmen gegenüberstehen.

Den Heimsieg gegen Hoffenheim, den De Bruyne mit dem 3:0 abrundete, wollten lediglich 26 356 Stadionbesucher sehen. Daraus lässt sich nüchtern ableiten, dass die Zuschauereinnahmen in Wolfsburg wahrlich nicht zu den großen Einnahmequellen zählen. Jene VfL-Fans, die den nächsten Heimsieg vor Ort miterlebt haben, bewiesen ein feines Gespür für das Wesentliche. Sie jubelten Schürrle freundlich zu. Aber den lautesten Gesang des Tages widmeten sie mit Junior Malanda erneut jenem Spieler, der Anfang des Jahres bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen ist.

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