3:1 gegen Bremen : Karlsruhe: Die Hoffnung lebt

Der Karlsruher SC schlägt Werder Bremens B-Team 3:1 und kann den Klassenerhalt doch noch schaffen - im letzten Spiel gegen Hertha.

Sebastian Stiekel[Bremen]
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Zurückgekämpft. Aduobe (r.) vom KSC nimmt Bremens Tziolis den Ball ab. Foto: dpa

Die Hoffnung trägt einen Namen beim Karlsruher SC: Sie heißt Lars Stindl. Genau genommen tut sie das schon seit Wochen, der 20 Jahre junge Mittelfeldspieler war immer einer der wenigen, um den herum man in der Zweiten Bundesliga ein neues Team aufbauen wollte. Seit gestern aber bekommt das Wort Hoffnung im Zusammenhang mit Lars Stindl eine neue Dimension. Er erzielte zwei Tore zum Karlsruher 3:1-Sieg bei Werder Bremen. Dadurch wurde im Weserstadion für den KSC nicht wie erwartet der Abstieg besiegelt, sondern die Chance auf den Klassenerhalt wiederbelebt. Der Tabellenletzte hat nur noch einen Punkt Rückstand auf den Relegationsplatz. Die Hoffnung auf eine Rettung lebt nun noch mindestens eine Woche weiter – bis zum Heimspiel am letzten Spieltag gegen Hertha BSC.

„Es ist zwar jetzt umso ärgerlicher, dass wir Dienstag gegen Hannover verloren haben, aber wir können es immer noch schaffen“, sagte Stindl. „Das wird ein Endspiel gegen Berlin. Ich glaube an unsere Chance.“ So oder so ähnlich äußerten sich alle beim KSC. „Wir werden alles tun, um das Unmögliche noch wahrzumachen“, meinte Trainer Edmund Becker.

Eine halbe Stunde lang war das gestrige Spiel symptomatisch für die bisherige Saison der Gäste: Der KSC spielte gefällig, aber erschreckend harmlos. In der dritten Minute fiel Stindl zum ersten Mal auf: Er konnte im Strafraum nur durch ein Foul gestoppt werden. Beim fälligen Strafstoß scheiterte Marco Engelhardt aber an Tim Wiese. Danach wunderte sich niemand mehr, dass der KSC bis dato in 32 Spielen nur 23 Tore erzielt hatte. „Ich dachte: Jetzt geht die Scheiße wieder los“, sagte Manager Rolf Dohmen hinterher. Denn wenig später vergab Sebastian Freis gleich die nächste große Chance. Doch dann folgte der große Auftritt von Lars Stindl. Nach einer knappen halben Stunde verwertete er zunächst per Kopf eine Flanke von Celozzi. Kurz darauf traf er mit einem schönen Schuss aus 18 Metern zum 2:0. Der 20-Jährige war vor der Saison nur als Ergänzungsspieler zum Kader gestoßen, aber seit Mitte der Hinrunde gehört er zu den wenigen positiven Karlsruher Erscheinungen der Saison.

In der zweiten Halbzeit geriet der Sieg der Gäste nicht mehr in Gefahr. Iaschwili erhöhte sogar noch auf 3:0, der Anschlusstreffer von Hugo Almeida 17 Minuten vor Schluss fiel zu spät. Werder fehlte der letzte Biss, um sich gegen die Niederlage zu wehren. In Bremen ist man in Gedanken schon beim Uefa-Cup-Endspiel am Mittwoch gegen Donezk. Auch die 39 000 Zuschauer sangen ständig: „Finale, Finale“ – die Niederlage schien sie nicht weiter zu stören. Mit Blick auf das Endspiel hatte Trainer Thomas Schaaf Özil, Fritz und Boenisch geschont, fünf weitere Spieler (unter anderem Naldo, Mertesacker, Pizarro) fehlten verletzt. Immerhin war Diego eine Woche nach seinem Muskelfaserriss wieder dabei. Es wurde ein trauriger Nachmittag für ihn. Angesichts seines bevorstehenden Wechsels zu Juventus Turin dürfte es sein letztes Spiel im Weserstadion gewesen sein. Und dann stahl ihm auch noch Lars Stindl die Show.

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