3:1 gegen Köln : Bremen siegt, die Schwächen bleiben

Kein Bremer kann sich nach dem 3:1 gegen Köln richtig freuen. Die Mannschaft ist immer noch verunsichert und alles andere als souverän.

Frank Hellmann[Bremen]
Werder Bremen - 1. FC Köln
Kurz und überschwänglich. Die Torschützen Diego und Hugo Almeida jubeln, doch nach dem Sieg mehrten sich kritische Stimmen.Foto: dpa

Sehen so Sieger aus? Wer gestern Abend Per Mertesacker in den Katakomben des Weserstadions begegnete, der glaubte, einen enttäuschten, ja geschlagenen Fußballer vor sich zu haben. „Wir brauchen noch Zeit. Wir sind noch nicht in der Lage das umzusetzen, was wir können“, erklärte Mertesacker mit besorgtem Blick. Klar, Werder Bremen hatte 3:1 (2:0) gegen den 1. FC Köln gewonnen, ist auf Platz sieben vorgerückt, aber niemand vermochte sich richtig zu freuen. Vor allem ein kritischer Geist wie Mertesacker nicht. „Wir müssen solche Erfolge mitnehmen, aber die Automatismen funktionieren nicht so.“

Mertesacker wurde noch am Abend mit Werders Torwart Tim Wiese zur Nationalmannschaft nach Berlin chauffiert. Torsten Frings war nicht dabei. „So wichtig ist das nicht, dass ich mich sofort ins Auto setze“, sagte Frings, der erst heute nach Berlin reist, um an den Prämienverhandlungen teilzunehmen. „Alles andere ist geklärt und damit bin auch zufrieden“, sagte der für das Länderspiel nicht berücksichtigte Mittelfeldspieler.

Allofs nimmt sich Bayerns Erfolgsserie als Vorbild

Wie Mertesacker wollte auch Frings den Arbeitssieg nicht überbewerten, zu dem Werder nach Toren durch Diegos Foulelfmeter, Naldos Kopfball und einen fulminanten Fernschuss von Hugo Almeida kam. Den Gegentreffer zum 1:2 erzielte Milivoje Novakovic. „Wir müssen jetzt eine Serie starten und dürfen nicht schon wieder zufrieden sein“, sagte Frings. Auch Sportchef Klaus Allofs sieht weiterhin Luft nach oben. „Aber warum soll es uns nicht wie den Bayern gelingen, jetzt nach oben durchzustarten?“ Vielleicht, weil die Schwächen längst nicht behoben sind? Werder ist nach wie vor ein verunsichertes Ensemble, das selbst aus dem Vorteil des frühen Elfmetertores keine Souveränität in sein Spiel bekam. Bester Beleg: Den vom Publikum mit allerlei Unmutsbekunden bedachten Österreicher Sebastian Prödl wechselte Trainer Thomas Schaaf zur Pause aus, „weil ich ihn schützen musste“.Frank Hellmann

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